Alkoholikerinnen: Kein Tabuthema mehr
Aktualisiert

Alkoholikerinnen: Kein Tabuthema mehr

Immer mehr Ostschweizerinnen haben Alkoholprobleme. Aufgrund der grossen Nachfrage bietet das Blaue Kreuz neue Gesprächsgruppen an.

«Dass Frauen vermehrt Alkoholprobleme haben und Hilfe suchen, ist Realität», sagt Vitus Hug von der Fachstelle für Alkoholprobleme des Blauen Kreuzes in St.Gallen. Während 2005 noch 13 Frauen neu die Fachstelle aufsuchten, waren es 2006 bereits 31 und 2007 sogar 35. «Dieser Trend wird anhalten», schätzt Hug. Das Blaue Kreuz St.Gallen/ Appenzell bietet deshalb im März drei neue Gesprächsgruppen nur für Frauen an. «Es sind nur noch wenige Plätze frei», so Hug.

Auch die Alkoholkurzzeittherapie PSA des Spitals Wattwil nehmen viele alkoholkranke Frauen in Anspruch. «Es ist nicht so, dass sich immer mehr Frauen betrinken», sagt Abteilungsleiterin Katharina Hildebrand, «doch wurde das Thema enttabuisiert.» Momentan seien 45 Prozent der Patienten weiblich. «Ich denke aber, dass der Frauenanteil bald 50 Prozent erreichen wird», so Hildebrand.

Leberspezialist Tilman Gerlach vom Kantonsspital St.Gallen sagt: «Junge Frauen trinken etwa gleich viel wie junge Männer.» Nur: «Frauen tragen schneller einen Leberschaden davon.»

Kathrin Reimann

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