Alkoholtest durch Mädchen: Wirte fühlen sich verschaukelt
Aktualisiert

Alkoholtest durch Mädchen: Wirte fühlen sich verschaukelt

Nachdem Sekschülerinnen im Rahmen eines Projektunterrichts Gastrobetriebe auf Alkoholausschank getestet haben, drohen 23 Wirten rechtliche Konsequenzen. Diese fühlen sich verschaukelt und wollen sich wehren.

Die Schülerinnen erschienen vor rund drei Monaten im Deux-Pièces mit Aktenkoffer und hochhackigen Lederstiefeln in den Krienser Lokalen. So auch bei Thomas Häfliger im Restaurant Obernau, wo sie sich nach Feierabend einen Whisky bestellten und auch bekamen. Deshalb ist gegen ihn und 22 weitere Betriebe ein Verfahren eingeleitet worden. Häfliger ist empört: «Wie in aller Welt hätte meine Angestellte bei dieser Aufmachung ahnen können, dass es sich um minderjährige Sekundarschülerinnen handelt?» Er fühlt sich verschaukelt und bewusst in die Irre geführt.

Als Präsident von Gastro Kriens-Eigenthal hat Häfliger nun mit Martin Koller einen Anwalt eingeschaltet. Dieser hat gestern beim Amtsstatthalteramt Luzern beantragt, das Verfahren zu sistieren. Auch er spricht von einem übertriebenen Test. «Die Übungsanlage war so angelegt, dass die betroffenen Wirte bewusst hereingelegt werden sollten. Die Testgäste waren irreführend gekleidet, stark geschminkt und sehr herausfordernd im Verhalten», so Koller. Er hofft, die Sache ohne gerichtliches Verfahren regeln zu können.

Renata Schmid

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