Alkoholverbot bei Basel-YB?
Aktualisiert

Alkoholverbot bei Basel-YB?

Der Basler Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass verlangt von der Stadionbetreiberin Basel United und vom FC Basel, dass sie die Sicherheit der Besucher im Stadion gewährleisten. Er überlegt sich ein Alkoholverbot für die «Finalissima» vom Samstag.

«Ohne das Einschmuggeln von Pyros durch die Sicherheitskontrollen von Basel United wären die lebensgefährlichen Attacken im Stadion auf unbeteiligte Zuschauer nicht möglich gewesen», heisst es in einer Mitteilung des Sicherheitsdepartements.

Gefährliche Gegenstände und alkoholisierte Fans dürften nicht ins Stadion gelangen. Dies stehe in den Bewilligungsauflagen für Fussballspiele der Kantonspolizei, heisst es weiter.

Im Hinblick auf das Spiel FCB-YB vom 10. Mai will der Basler Polizeikommandant von Basel United und dem FCB bis Mittwoch wissen, welche organisatorischen, baulichen und personellen Massnahmen sie zur Sicherheit der Gäste planen.

Danach werde Regierungsrat Gass beschliessen, ob ein Alkoholverbot für dieses Spiel in die Sicherheitsauflagen aufgenommen werden soll. Dieses wird auch für künftige Risikospiele angedroht.

Bundesrat Schmid verurteilt Ausschreitungen aufs Schärfste

Drei Tage nach den Fussballkrawallen in Basel und Bern hat Bundesrat Samuel Schmid die Ausschreitungen aufs Schärfste verurteilt. Gefordert seien jetzt neben den Funktionären auch die Spieler, sagte der Sportminister am Montag an einer ausserordentlichen Versammlung des Sportparlamentes in Ittigen (BE).

Er habe die Betroffenheit des FCZ-Präsidenten und die Verärgerung des Präsidenten der Swiss Football League zur Kenntnis genommen, aber dies reiche nicht. Es stelle sich die Frage, ob nicht noch mehr Präsidenten, Trainer und Funktionäre und letztlich auch die Stadionbetreiber vor die Chaoten treten und sagen müssten, dass es so nicht gehe. Schmid forderte auch die Spieler auf, als Vorbilder hinzustehen und gegen Pyro und Gewalt aufzurufen. «Es kann doch nicht sein, dass sich fussballerische Leuchttürme und Medienstars zu ihrem Liebesleben äussern, aber sich kaum je öffentlich von Gewalt, Pyro und Krawallen distanzieren», sagte Schmid. Der Sport brenne, nun gehe es darum, die Brandherde zu bekämpfen und den Schweizer Sport vor einem Flächenbrand zu schützen. Zudem gehe es auch um den Ruf der Schweiz als Wirtschaftsstandort, als Tourismusdestination und als Sitz Dutzender internationaler Sportverbände.

Schmid wies weiter darauf hin, dass vor Wochenfrist zum vierten Mal ein «runder Tisch gegen Gewalt im und um den Sport» stattgefunden habe. Dabei sei der Startschuss für die Pilotprojekte gegen den Alkoholmissbrauch und für die De-Anonymisierung gegeben worden.

(sda)

Massive Ausschreitungen

Am vergangenen Freitagabend wurden nach Meisterschaftsspielen in Basel und Bern Dutzende Menschen verletzt. In Basel wurden während und nach dem Spiel zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich 45 Personen meist leicht verletzt. 16 von ihnen wurden Opfer von Gewalteinwirkungen. Drei Personen wurden hospitalisiert, darunter auch ein Polizist mit einer Schulterverletzung. Zu Ausschreitungen kam es auch nach dem Spiel der Berner Young Boys gegen Neuenburg Xamax in Neuenburg. Dabei setzte die Polizei Tränengas und Gummischrot ein. (ap)

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