Alkoholverbot: Protest der Beizer hatte Erfolg
Aktualisiert

Alkoholverbot: Protest der Beizer hatte Erfolg

Niederlage für
die Stadt Zürich: Laut
dem Kanton dürfen
Beizer in der Umgebung
von Stadien auch bei
Hochrisikospielen
Alkohol ausschenken.

von
Marco Lüssi

Wenn die Zürcher Stadtpolizei einen Fussballmatch als «Hochrisikospiel» einschätzt, verbietet sie den Beizern in einem bestimmten Rayon rund um ein Stadion den Ausschank gewisser Alkoholika. Diese Praxis, die zu einer Verminderung der Aggressivität unter den Fussballfans beitragen soll, wurde beim Zürcher Derby im Mai 2007 erstmals angewendet. Zwei betroffene Beizer hatten danach gegen diverse Einschränkungen rekurriert. Ihnen hat die kantonale Volkswirtschaftsdirektion nun Recht gegeben, wie gestern bekannt wurde: Eine nachträgliche Patentauflage, die ein Ausschankverbot für Alkohol beinhaltet, sei im Gastgewerbegesetz nicht vorgesehen. Hinzu komme, dass die Matchbesucher ohnehin die Möglichkeit hätten, sich ausserhalb der Sperrzone mit Alkohol einzudecken. Ernst Bachmann, Präsident von Gastro Zürich, begrüsst diesen Entscheid: «Die Vernunft hat gesiegt. Dieses Verbot ist völlig unverhältnismässig.»

Bei der Stadt Zürich will man aber auch künftig am Ausschankverbot festhalten. «Diese Massnahme hat sich als erfolgreich erwiesen», so Reto Casanova vom Zürcher Polizeidepartement. Man werde die Rekurse deshalb ans Zürcher Verwaltungsgericht weiterziehen.

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