Alkoholwerbung: Regierung ignoriert Verbotsauftrag
Aktualisiert

Alkoholwerbung: Regierung ignoriert Verbotsauftrag

Der Knatsch um ein Werbeverbot für Alkohol geht weiter: Nun hat die Berner Regierung das Verbot aus der Gesetzesvorlage gekippt – entgegen dem Parlamentsentscheid.

«Ich bin von der Berner Regierung enttäuscht», sagt EVP-Grossrat Ruedi Löffel. Vor drei Jahren beschloss der bernische Grosse Rat, die Alkoholwerbung auf öffentlichem Grund zu verbieten. Die Regierung arbeitete eine entsprechende Vorlage aus. Doch der Gesetzesentwurf wurde von der vorberatenden Kommission zerzaust: Sie kippte das Alkohol-Werbeverbot aus der Vorlage.

Daran stört sich der Regierungsrat aber offenbar nicht: Nächste Woche präsentiert er dem Kantonsparlament das neue Gesetz – ohne Alkohol-Werbeverbot. «Das entbehrt jeglicher Vernunft», so Löffel. «Schliesslich haben sich die Fakten für Werbeverbote noch verdichtet.»

Stefan Reichen vom Amt Berner Wirtschaft (Beco) verteidigt den Regierungsentscheid: «Die Konsequenzen eines solchen Werbeverbots wären gravierend – zum Beispiel für das Gurtenfestival.»

Die Grossratsdebatte vom Donnerstag dürfte auf jeden Fall hitzig werden: «Gut möglich, dass das letzte Wort zu diesem Thema noch nicht gesprochen ist», so Reichen. Und Ruedi Löffel verspricht: «Ich werde Anträge stellen, damit der ursprüngliche Vorschlag der Regierung wieder gilt – inklusive Alkohol-Werbeverbot.»

Raffaela Moresi

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