Rugby-WM: «All Blacks» erkämpfen sich Erzrivalen-Duell
Aktualisiert

Rugby-WM«All Blacks» erkämpfen sich Erzrivalen-Duell

Gastgeber Neuseeland hat sich souverän für die Halbfinals qualifiziert. Nach dem 33:10-Sieg über Argentinien treffen die «All Blacks» nun auf Erzrivale Australien, der Weltmeister Südafrika mit 11:9 ausschaltete.

Neuseeland bekundete in Auckland gegen Argentinien vor allem in der ersten Halbzeit einige Mühe (12:7). In den zweiten 40 Minuten hielten die Südamerikaner dem Druck der Gastgeber allerdings nicht mehr stand, womit diese an den siebten Titelkämpfen zum sechsten Mal in die Halbfinals einzogen.

Einzig vor vier Jahren in Frankreich waren die Neuseeländer bei diesem Unterfangen gescheitert, Argentinien seinerseits hatte damals mit dem 3. Platz das beste Resultat der Geschichte erreicht. Wichtigster Spieler im Halbfinal war Neuseelands Kicker Piri Weepu mit sieben verwandelten Strafkicks (21 Punkte). Neuseeland rennt seit der ersten WM-Austragung vor 24 Jahren einem weiteren Titelgewinn nach.

Obwohl deutlich überlegen, verlor Titelverteidiger Südafrika den Viertelfinal in Wellington gegen Australien 9:11 (3:8). Matchwinner für den zweifachen Weltmeister Australien (1991 und 1999) war Youngster James O'Connor, der die Wallabies neun Minuten vor Schluss mit einem Strafkick zum Sieg schoss (71.). In der ersten Halbzeit war Australien bis zur 16. Minute entgegen dem Spielverlauf 8:0 in Führung gegangen. Danach kam Südafrika, das nur eines der letzten sechs Duelle mit dem aktuellen Tri-Nations-Champion gewann, stärker auf.

Der Weltmeister von 2007 ging durch zwei Straf- und einen Dropkick bis zur 59. Minute 9:8 in Führung. Unmittelbar nach der Niederlage gegen Australien traten Südafrikas Nationaltrainer Peter de Villiers und Teamcaptain John Smit zurück. De Villiers hatte die «Springboks» nach dem WM-Triumph 2007 übernommen und war der erste farbige Nationaltrainer des Landes.

Ein Halbfinalduell der zwei Erzrivalen gab es an Weltmeisterschaften bisher zweimal. Sowohl 1991 wie 2003 behielt Australien das bessere Ende für sich. Auch die letzte Begegnung zwischen Neuseeland und den vom Neuseeländer Robbie Deans trainierten «Wallabies» endete zugunsten der Australier (25:20 am 27. August in Brisbane).

Frankreich zur Pause 16:0 vorne

Das stark auftrumpfende Frankreich, das in der Vorrunde zwei von vier Partien verloren hatte (gegen Neuseeland und Tonga), warf die favorisierten Engländer verdientermassen aus dem Turnier. Der viel zu fehlerhaft agierende Weltmeister von 2003 und WM-Finalist von 2007 - in den Gruppenspielen viermal siegreich - fand gegen den sehr aggressiv verteidigenden Erzrivalen nie zu seinem Spiel und lag bereits zur Halbzeit vorentscheidend mit 0:16 im Rückstand.

Für Frankreich war es der erste WM-Sieg in einem K.o-Spiel gegen die Engländer. Nach deren Ausscheiden ist Frankreich die einzige Nation, die sich an den letzten drei WM-Austragungen jeweils für den Halbfinal zu qualifizieren vermochte. 2003 und 2007 waren die Franzosen in der Runde der letzten vier jeweils an... England gescheitert.

Die Franzosen treffen im Halbfinal vom kommenden Samstag wiederum in Auckland auf Wales und streben ihren dritten WM-Finalvorstoss an (nach 1987 und 1999). Die Waliser gingen in ihrem Viertelfinal in Wellington gegen Irland, das in der Vorrunde überrascht hatte und unbesiegt geblieben war, früh in Führung und gerieten danach nie mehr in Rückstand. Damit qualifizierte sich Wales erst zum zweiten Mal nach dem Bronzemedaillengewinn 1987 für die WM-Halbfinals. Im letzten Aufeinandertreffen der zwei europäischen Halbfinalisten hatte sich Frankreich gegen Wales mit 28:9 durchgesetzt (Mitte März im Rahmen des Sechs-Nationen-Turniers).

(si)

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