Irak: Allawis Wahlsieg auf der Kippe
Aktualisiert

IrakAllawis Wahlsieg auf der Kippe

Nach der Parlamentswahl lassen sich die unterlegenen Parteien immer neue Tricks einfallen, um den Wahlsieger Ijad Allawi an der Regierungsbildung zu hindern.

Der neuste Coup: Die Rechenschaftskommission der Regierung erhob Einwände gegen sechs gewählte Parlamentarier, berichtete die kurdische Nachrichtenagentur Peyamner am Dienstag. Die sechs am 7. März gewählten Kandidaten hätten nach Ansicht der Rechenschaftskommission «Verbindungen» zur verbotenen Baath-Partei von Ex-Präsident Saddam Hussein und dürften deshalb nicht Abgeordnete werden.

Die Namen der «verdächtigen» Kandidaten gab die Kommission zunächst nicht bekannt. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass Kandidaten der Al-Irakija-Liste von Ijad Allawi darunter sind.

«Wenn dieser Einspruch Erfolg haben sollte, wird sich, weil das Wahlergebnis ja sehr knapp war, die Machtbalance ändern», schrieb die Agentur Peyamner, die zur Kurdischen Demokratischen Partei von Massud Barsani gehört. Allawis Liste hatte 91 Sitze erhalten.

Misstrauen gegen al-Maliki

Das Bündnis des amtierenden schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki sicherte sich 89 Sitze. Der sunnitische Vizepräsident Tarik al-Haschimi, der sich der Allianz des säkularen Schiiten Allawi angeschlossen hatte, sagte der Zeitung «Al-Sharq Al-Awsat», die Iraker sollten sich gegen die Einmischung des Iran wehren.

Die Tatsache, dass Vertraute von Al-Maliki in den vergangenen Tagen in Teheran Gespräche mit Vertretern der religiösen Schiiten- Parteien geführt hätten, sei «sehr beunruhigend».

Al-Maliki hatte nach der Bekanntgabe des Ergebnisses argumentiert, nicht die Fraktion mit den meisten Mandaten, sondern die grösste Koalition müsse den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten. (sda)

Deine Meinung