Leichathletik-WM: Alle Augen richten sich auf Caster Semenya

Aktualisiert

Leichathletik-WMAlle Augen richten sich auf Caster Semenya

In der Nacht auf Donnerstag kommt es an der WM in Daegu zum vielbeachteten Auftritt von Caster Semenya. Die Südafrikanerin tritt im 800-m-Lauf der Frauen zur Titelverteidigung an.

von
fbu

An der Leichatlethik-WM im südkoreanischen Daegu tritt in der Nacht auf Donnerstag (4.40 Uhr MESZ) eine besondere Persönlichkeit aufs Parkett. Caster Semenya tritt im 800-m-Lauf der Frauen zur Titelverteidigung an.

Wie einfach dieses Unternehmen werden wird, ist unklar. Vor der WM kamen Gerüchte auf, dass die 20-Jährige für die Verteidigung des Weltmeistertitels nicht bereit sei. Eine Formschwäche, Verletzungen, sowie Gerüchte um Gewichtsprobleme und ein Zerwürfnis mit ihrem Coach Michael Serne begleiteten die letzten Monate der 800-m-Läuferin - ganz zu schweigen von ihrer Geschichte an der Weltmeisterschaft 2009.

Geschlechterfrage und ihre Folgen

Die Südafrikanerin sorgte damals mit und nach ihrem überraschenden Weltmeistertitel über 800 m für viel Aufregung. Es war damals umstritten, ob Semenya als Frau oder Mann gelten soll und lancierte deshalb die Debatte um Geschlechtertests bei Leichtathletinnen. Semenya durfte ihre Goldmedaille am Ende behalten, der Internationale Leichtathletikverband (IAAF) entschloss sich aber in der Folge dazu, offiziell wieder Geschlechtstests bei Frauen durchzuführen. Seit 1999 hatten die Sportverbände darauf verzichtet, nun werden sie in der Leichtathletik seit diesem Frühjahr wieder gemacht – und auch das Olympische Komitee (IOC) will nachziehen.

Obwohl sie ihren Weltmeistertitel behalten durfte, wurde Semenya nach ihrem Sieg vor zwei Jahren suspendiert und durfte erst knapp ein Jahr später wieder an Wettkämpfen teilnehmen. Um an dieser WM antreten zu können, hat sich die Südafrikanerin wohl einer Hormonbehandlung unterzogen. Neu darf nämlich ein gewisses Level des männlichen Hormons Testosteron nicht überschritten werden. Bei einem Verdacht darf eine Athletin zum Test aufgefordert werden. Wenn sie zu viel männliche Hormone aufweist, muss sie sich einer Hormon-Thearpie unterziehen.

Tests können heikel sein

Bei einer Verweigerung des Tests erhält die betroffene Athletin keine Starterlaubnis. Diese Fälle sollen allerdings geheimgehalten werden, damit keine öffentliche Diskussion um das Geschlecht der betroffenen Sportlerin aufkommt. Welche gravierenden Auswirkungen Geschlechtstests haben können, zeigt der Fall der indischen Weltklasseläuferin Santhi Soundarajan. Sie hatte vor fünf Jahren an den Asienspielen im 800-Meter-Lauf die Silbermedaille gewonnen. Aufgrund eines Geschlechtstests wurde ihr diese aberkannt. Einige Monate später versuchte sie, sich das Leben zu nehmen. An Rennen teilgenommen hat sie später nicht mehr, arbeitete aber als Leichathletiktrainerin an einer von ihr gegründeten Trainingsakademie.

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