Frankreich: Alle «Charlie Hebdo»-Exemplare ausverkauft
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FrankreichAlle «Charlie Hebdo»-Exemplare ausverkauft

Heute Mittwoch ist die erste «Charlie Hebdo»-Ausgabe nach den Anschlägen erschienen. In Frankreich waren bereits am Morgen alle Exemplare ausverkauft – die Auflage wurde erhöht.

von
dia
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Am 14. Januar erschien in Frankreich die erste Ausgabe von «Charlie Hebdo» nach den Anschlägen.

Am 14. Januar erschien in Frankreich die erste Ausgabe von «Charlie Hebdo» nach den Anschlägen.

Keystone/AP/David Vincent
Die Zeitung war sehr begehrt.

Die Zeitung war sehr begehrt.

Keystone/AP/Christophe ena
An einigen Stellen war das Magazin innert wenigen Minuten ausverkauft.

An einigen Stellen war das Magazin innert wenigen Minuten ausverkauft.

Keystone/AP/Christophe ena

Eine Woche nach dem Terroranschlag auf die Redaktion von «Charlie Hebdo» ist am Mittwoch in Frankreich die neue Ausgabe des Satiremagazins erschienen. Bereits am frühen Morgen bildeten sich vor Kioskgeschäften in vielen Orten in Frankreich lange Schlangen. So schrieb der britische Journalist Richard Gaisford auf Twitter: «Über 60 Personen stehen an. Ich habe noch nie so viele Menschen gesehen, die für ein Medienprodukt eine solche Schlange bilden.»

Die Auflage wurde zwar auf drei Millionen Exemplare aufgestockt, dennoch war das Magazin in einigen Läden schnell ausverkauft, schreiben Personen auf Twitter. Das Magazin war an einem Kiosk an der Champs-Élysées um 06.05 vergriffen - fünf Minuten nach der Anlieferung. An einem Kiosk in Saint-Lazare gerieten Wartende aneinander, als klar wurde, dass nicht genug Ausgaben für alle vorrätig waren. Gegen 10.00 Uhr dann die Meldung der Nachrichtenagentur AFP, dass sämtliche Exemplare in Frankreich verkauft wurden. Wer sich keine Ausgabe mehr sichern konnte, kann sich trösten. Die Vertriebsgesellschaft gab bekannt, dass die Auflage auf fünf Millionen Exemplare erhöht wurde.

Viele Stammkunden hätten sich schon im Vorfeld Exemplare reserviert, berichteten Verkäufer nach dem Verkaufsstart in den frühen Morgenstunden.

Terroristen werden lächerlich gemacht

Auf dem Titelbild der jüngsten Ausgabe prangt abermals eine Karikatur des Propheten Mohammed, der ein Schild mit den Worten «Je suis Charlie» hochhält. In der jüngsten Ausgabe des Magazins machen sich die noch lebenden Macher von «Charlie Hebdo» unter anderem über die islamistischen Terroristen lustig, die am vergangenen Mittwoch bei einem Angriff auf die Reaktion zwölf Menschen erschossen hatten. In Karikaturen werden sie als geistig minderbemittelte Idioten der Lächerlichkeit preisgegeben.

In einer Zeichnung wird beispielsweise darauf angespielt, dass einer der Attentäter bei einem Entsorgungsbetrieb arbeitete. In der Karikatur steht der Abfallsortierer ratlos vor zwei Abfalltonnen, von denen eine die Aufschrift «Gut» und die andere die Aufschrift «Böse» trägt. «Das ist zu kompliziert», steht dazu in der Sprechblase.

Kritik aus Ägypten

In einer anderen Karikatur fragen die von der Polizei getöteten Attentäter im Himmel nach Jungfrauen, die sie von Gott als Belohnung für ihren Terrorangriff erwarten. Die seien alle beim Team von Charlie, wird ihnen aus einer Wolke zugerufen, in der eine wilde Party steigt.

Schon vor der Veröffentlichung übte eine der bedeutendsten muslimischen Einrichtungen in Ägypten Kritik und warnte vor einer neuen Hasswelle. Auf extremistischen Websites wurden prompt Gewaltdrohungen geäussert.

(dia/sda)

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