«Tatort»-Star Jan Josef Liefers – «Alle Covid-Patienten auf der Intensivstation waren ungeimpft»
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«Tatort»-Star Jan Josef Liefers«Alle Covid-Patienten auf der Intensivstation waren ungeimpft»

Schauspieler Jan Josef Liefers beteiligte sich im Frühling an der ironisch-satirischen Aktion #allesdichtmachen. Nach heftiger Kritik meldete er sich freiwillig für ein «Praktikum» auf einer Intensivstation. Nun berichtet der 57-Jährige über seine Erfahrungen.

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«Tatort»-Schauspieler Jan Josef Liefers 

«Tatort»-Schauspieler Jan Josef Liefers

dpa
Liefers beteiligte sich im April 2021 an der Aktion #allesdichtmachen, ehe er sich der Gegenaktion  #allemalneschichtmachen anschloss.

Liefers beteiligte sich im April 2021 an der Aktion #allesdichtmachen, ehe er sich der Gegenaktion #allemalneschichtmachen anschloss.

Guido Kirchner/dpa
Der 57-Jährige machte im September ein «Praktikum» auf einer Intensivstation. (Symbolbild)

Der 57-Jährige machte im September ein «Praktikum» auf einer Intensivstation. (Symbolbild)

20min/Marvin Ancian

Darum gehts

  • Schauspieler Jan Josef Liefers war Teil der Aktion #allesdichtmachen

  • Nach heftiger Kritik machte er ein «Praktikum» auf einer Intensivstation.

  • Er berichtet, dass dort alle Covid-Patienten und -Patientinnen ungeimpft waren.

«Tatort»-Star Jan Josef Liefers (57) hatte sich im April diesen Jahres an der Aktion #allesdichtmachen beteiligt. Künstler wie Ulrich Tukur, Volker Bruch, Meret Becker, Ulrike Folkerts, Richy Müller, Heike Makatsch, Jan Josef Liefers und viele weitere verbreiteten bei Instagram und auf Youtube gleichzeitig ironisch-satirische Clips mit persönlichen Statements zur deutschen Corona-Politik. Andere prominente Schauspielkollegen und -Kolleginnen reagierten entsetzt. «Die Schauspieler*innen von #allesdichtmachen können sich ihre Ironie gerne mal tief ins Beatmungsgerät schieben», twitterte etwa Moderator Tobias Schlegl, der auch Notfallsanitäter ist.

Nach der heftigen Kritik kündigte Liefers in einem Streitgespräch mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an, sich bei der Gegenaktion #allemalneschichtmachen angemeldet zu haben. Die Medizin-Bloggerin Doc Caro hatte die Schauspieler und Schauspielerinnen aufgefordert, für eine Schicht im Rettungsdienst oder auf einer Intensivstation mitzuarbeiten, wie rnd.de berichtet.

«Sie waren dem Tod näher als dem Leben»

Jan Josef Liefers hat Wort gehalten und nun von seinem Einsatz auf einer Corona-Intensivstation berichtet. «Alle Covid-Patienten hier auf der Intensivstation waren schwer erkrankt, dem Tod näher als dem Leben. Alle jung, von 28 bis 48 Jahre alt. Alle ungeimpft», schrieb der Schauspieler in einem Gastbeitrag, der am Freitag bei «Bild» zu lesen war. «Auch die beiden hochschwangeren Frauen, deren Kinder per Not-OP geholt wurden und leben, während die Mütter es nicht geschafft haben, wie ich inzwischen weiss», so der 57-Jährige.

Sein Einsatz als «Praktikant» liege bereits zwei Wochen zurück. «Helfen konnte ich nicht viel, nur beim Umlagern konnte ich mich nützlich machen, eingepackt in zusätzliche Schutzkleidung, mit FFP2-Maske und einer Art Taucherbrille auf den Augen.» Warum es manche so schwer treffe, sei noch unklar, schrieb Liefers. «Pfleger und Ärzte waren sich allerdings einig, dass keiner hier gelandet wäre mit einer Impfung.»

«Die Impf-Entscheidung liegt bei jedem selbst»

Der Schauspieler beschreibt auch die Arbeit des Pflegepersonals: «Immer zwei Infektiöse liegen in einem abgeschlossenen, verglasten Raum. In festen Zeitabständen muss die Lage der Patienten verändert werden, um die Beatmung zu erleichtern, etwa von der Rückenlage in die Bauchlage, oder von einer Seite auf die andere, um die Durchblutung der Haut an den Druckstellen zu gewährleisten», so Liefers in seinem Kommentar auf bild.de. «Körperpflege ist auch so eine typische Aufgabe. Bei allem immer das Gewirr der vielen Schläuche übersichtlich und in Ordnung halten. Das ist körperlich anstrengende Arbeit. Übergewicht war optisch die auffälligste und immer wiederkehrende Vorerkrankung der Covid-Patienten hier.»

Liefers wolle seine geschilderten Erlebnisse nicht als Impfaufruf verstehen. Er sagt aber: «Ich befürworte die Impfung Erwachsener. Aber ich gebe keine medizinischen Ratschläge, ich erzähle hier nur meine Geschichte. Die Entscheidung liegt bei jedem selbst.»

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