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Amanda Knox vor Gericht«Alle Elemente für eine Verurteilung sind da»

Amanda Knox tritt heute in den Zeugenstand, um «ihre Wahrheit» über den Mord an ihrer Mitbewohnerin Meredith Kercher zu erzählen. Der Anwalt der Opferfamilie reibt sich schon die Hände.

Der Ansturm auf das Gerichtsgebäude in Perugia dürfte heute Freitag grösser sein denn je, seit der Prozess um den Mord an der britischen Austauschstudentin Meredith Kercher im Januar begann. Denn zum ersten Mal sagt die Angeklagte Amanda Knox selber aus.

Bereits vor Tagen hat sich ihr italienischer Anwalt darauf gefreut: «Ich bin zuversichtlich, dass Amanda die Wahrheit sagen wird», verkündete er vor den Medien. (20 Minuten Online berichtete). Doch nicht nur der Verteidiger, sondern auch der Anwalt der Familie des Opfers, Francesco Maresca, freut sich auf Knox' Vernehmung. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP sagte Maresca, er sei überzeugt, dass Amanda am Ende dieses langen Prozesses im Oktober verurteilt werde: «Alle nötigen Elemente sind da, um zu einer Verurteilung zu kommen», versicherte der Anwalt der Kerchers.

Auf die Frage, ob es stimme, dass die italienischen Ermittler nicht vorsichtig genug mit dem Beweismaterial umgegangen seien, meinte er: «Die Proben waren alle perfekt, eine hervorragende Arbeit». Dennoch sollen neue Proben im Sommer gemacht werden.

Eine saftige Entschädigung

Die Anklage behauptet, dass die Britin Meredith Kercher in der Nacht zum 2. November 2007 von Amanda Knox und ihrem damaligen Freund Raffaele Sollecito umgebracht worden sei. Kercher soll sich geweigert haben, bei ihren Sexspielen mitzumachen. Die beiden Angeklagten werden als «langweiliges, kiffendes Pärchen, das auf der Suche nach Aufregung war» dargestellt.

Sollecitos Anwältin, Giulia Bongiorno, widersprach dieser Theorie: Ihr Mandant und Knox seien «zwei Turteltäubchen in der ersten Woche ihrer Romanze» gewesen. Sie befürchtet, die Amerikanerin und der Italiener würden wegen der grossen Aufmerksamkeit der Medien keinen fairen Prozess bekommen.

Die Familie des Opfers hat inzwischen eine Entschädigungsforderung von 30 Millionen Euro (umgerechnet 45,5 Millionen Franken) an die Angeklagten gestellt.

(kle)

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