Aktualisiert

Allianz der GigantenAlle gegen Google

Microsofts Suchmaschine Bing integriert User-Empfehlungen aus Facebook - ein weiterer Angriff auf den Suchmaschinen-Primus.

Microsoft und Facebook machen gemeinsame Sache gegen Google.

Microsoft und Facebook machen gemeinsame Sache gegen Google.

Microsoft versucht weiter Kapital aus seiner Allianz mit Facebook zu schlagen und integriert jetzt die Empfehlungen von Nutzern des Online-Netzwerks in seine Suchmaschine Bing. Damit will sich Bing von Marktführer Google absetzen und Internetnutzern etwas bieten, was sie bei Google nicht finden.

Die Suchergebnisse bei Bing hängen seit Montag nun auch davon ab, ob derjenige, der die Anfrage startet, gerade bei Facebook angemeldet ist. So würde beispielsweise bei einer normalen Suche zur Rockband U2 eine bestimmte Website, die auf U2 verweist, erst auf der vierten oder fünften Seite erscheinen. Sie würde aber ganz oben in der Liste erscheinen, wenn der Nutzer gerade bei Facebook angemeldet ist und einige Freunde den Link mit «Finde ich gut» bewertet haben.

Die Änderungen bei Bing werden aber vermutlich auch die «normalen» Suchergebnisse beeinflussen, selbst wenn der Nutzer im Moment nicht bei Facebook angemeldet ist. Das liegt daran, dass die Formel, nach der Bing die Trefferliste zusammenstellt, auch miteinbezieht, wie oft die 500 Millionen Facebook-Nutzer den «Finde ich gut»-Button auf einer Website gedrückt haben.

Bing bringe «den kollektiven IQ des Webs zusammen mit der Meinung der Menschen, denen du am meisten vertraust», erklärte Microsoft-Manager Yusuf Mehdi in einem Blog-Eintrag. Auch mit anderen Änderungen wird die Beziehungen zwischen Bing und Facebook vertieft. So sollen Nutzer bei der Produktsuche auch Links direkt auf ihr Facebook-Konto weiterleiten können, um die Meinung ihrer Freunde einholen zu können.

Microsoft auf schmalem Grat

Microsoft und Facebook haben sich vor sieben Monaten verbündet, um Google Paroli zu bieten. Bei dessen Suchmaschine gehen weiter rund zwei Drittel aller Suchanfrage im Internet ein. Zugriff auf die Informationen, die auf Facebook ausgetauscht werden, hat Google aber kaum. Die angespannten Beziehungen zwischen beiden Unternehmen wurden erst vergangene Woche wieder deutlich, als bekannt wurde, dass Facebook heimlich eine PR-Agentur angeheuert hatte, um schlechte Nachrichten über Google verbreiten zu lassen.

Die Einbeziehung von Facebook in die Suchergebnisse in Bing ist aber nicht ohne Risiko. Einige Nutzer könnten vielleicht nicht nachvollziehen, warum ihre persönlichen Informationen aus Facebook in den Suchergebnissen auftauchten, erklärte die Analystin Charlene Li von Altimeter Group. «Es ist ein schmaler Grad zwischen Hilfsbereitschaft und einem seltsamen Verhalten.» (dapd)

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