Aktualisiert 04.06.2015 19:21

Wladimir Klitschko

«Alle haben gelacht, aber ich habe gewonnen»

Der amtierende Boxweltmeister im Schwergewicht, Wladimir Klitschko, wird ab Februar an der Universität St. Gallen dozieren. Am Donnerstag machte er dafür Werbung.

von
jeh
Wladimir Klitschko spricht an einer Medienkonferenz der Universität St. Gallen.

Wladimir Klitschko spricht an einer Medienkonferenz der Universität St. Gallen.

Hoher Besuch an der Universität in St. Gallen. Der amtierende Boxweltmeister im Schwergewicht, Wladimir Klitschko, hat am Donnerstag im Weiterbildungszentrum Holzweid seinen Lehrgang vorgestellt. Konkret stellte Klitschko ein Weiterbildungsangebot vor, das seine Klitschko Management Group (KMG) zusammen mit der HSG-Forschungsstelle für Customer Insight anbieten will. Der knapp 15'000 Euro teure Lehrgang heisst «CAS Change and Innovation Management» und soll im Februar 2016 starten. Klitschko selbst wird dabei nach eigener Aussage zumindest einmal selber dozieren.

Erfahrung im Sport und in der Geschäftswelt

Er habe schon länger geplant, seine langjährigen Erfahrungen als Sportler mit Theorien zu verbinden, wie sie an einer Universität wie St. Gallen gelehrt würden, begründete Klitschko seine Motivation. Die Idee, einen Fortbildungsseminar anzubieten, sei ihm vor etwa einem Jahr gekommen. «Den idealen Partner habe ich in der Universität St. Gallen gefunden. Es war die erste Universität, die ich angefragt hatte, und die Chemie hat sofort gestimmt», so der amtierende Boxweltmeister.

«Im Grundsatz bereitet der Studiengang einen auf die ständigen Veränderungen in der Welt vor, die bewältigt werden müssen», so Klitschko vor den Medien. Wichtig sei, dass man den Wandel in Innovation umwandelt. «Meine Erfahrungen, die ich als Sportler und Geschäftsmann gesammelt habe, möchte ich zusammen verbinden und den Kursteilnehmern weitergeben», sagt Klitschko.

Glücksfall für Uni St. Gallen

Für den Ukrainer gibt es deutliche Parallelen zwischen der Sport- und Wirtschaftswelt. In beiden Bereichen müsse man sich ständig neuen Herausforderungen stellen. Er erinnert sich zum Beispiel an die Olympischen Spiele 1996 in Atlanta. Er sei damals als junger Boxer nach Atlanta gereist, um die Goldmedaille zu gewinnen. «Alle haben mich ausgelacht. Ich habe mein Ziel aber nicht aus den Augen verloren und habe gewonnen», so Klitschko.

Genau so müsse man im Geschäftsleben auch handeln.

Um diese Qualitäten zu übermitteln, sei Wladimir Klitschko der beste Mann, sagt Wolfgang Jenewein, Direktor der Forschungsstelle für Customer Insight. «Er hat in seiner Karriere viele Krisen durchleben müssen und hat daraus Energie gewonnen um weiterzumachen», so Jenewein. Die Partnerschaft mit Klitschko sei ein absoluter Glücksfall.

Erfolgreiche Brüder

Der 39-jährige Ukrainer mit dem Übernamen «Dr. Steelhammer» hat seine Karriere noch nicht beendet: Ende April verteidigte er in New York seinen Titel gegen Bryant Jennings. Zusammen mit Bruder Vitali führt der Doktor der Sportwissenschaft eine Marketing-Firma in Hamburg. Vitali ist seit Mai 2014 Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew.

Zum Abschluss verriet der Boxer der Presseschar dann noch seine grössten Herausforderungen: «Es ist immer der erste Schritt. Und diesen habe ich heute vor den Medien, auf dem Weg zum Dozenten gemacht», so Klitschko.

(jeh/sda)

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