«Er macht Amerika besser»: Alle hassen Trump? Für diese Leute ist er ein Held
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«Er macht Amerika besser»Alle hassen Trump? Für diese Leute ist er ein Held

In vielen ländlichen Gegenden der USA ist die Hoffnung in Donald Trump gross. Die Proteste gegen den US-Präsidenten können viele nicht verstehen.

von
mlr
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Sandy Roberts, eine Verkäuferin aus Sheridan, Indiana, hat Donald Trump gewählt, weil sie hofft, dass er Amerika mehr Arbeit verschafft.

Sandy Roberts, eine Verkäuferin aus Sheridan, Indiana, hat Donald Trump gewählt, weil sie hofft, dass er Amerika mehr Arbeit verschafft.

Screenshot IndyStar
Auch die alleinerziehende Mutter Joey Hopper ist von Trumps Leistungen überzeugt. «Gebt ihm eine Chance», fordert die 37-Jährige.

Auch die alleinerziehende Mutter Joey Hopper ist von Trumps Leistungen überzeugt. «Gebt ihm eine Chance», fordert die 37-Jährige.

Screenshot IndyStar
Der Geschäftsmann Bill Clem aus Fortville, Inidana, nennt die Proteste gegen Donald Trump heuchlerisch.

Der Geschäftsmann Bill Clem aus Fortville, Inidana, nennt die Proteste gegen Donald Trump heuchlerisch.

Screenshot IndyStar

Seit Donald Trump im Amt ist, schlägt dem neuen US-Präsidenten vielerorts blanker Hass entgegen. Seit mehr als zwei Wochen macht er Nägel mit Köpfen, unterschreibt ein Dekret nach dem anderen und erntet dafür Spott und Protest – sollte man meinen. Aber während die Empörung in Metropolen wie New York gross ist, bietet sich in vielen ländlichen Gegenden ein anderes Bild.

Im Örtchen Accident im US-Bundesstaat Maryland etwa ist die Mehrzahl der rund 320 Einwohner der Ansicht, Trump erfülle einfach nur seine Wahlversprechen und tue das, wofür er angetreten sei – das Land vor Terroristen beschützen, die illegale Einwanderung eindämmen und anderen Staaten die eigene Stärke demonstrieren.

«Wir sind auch nur Menschen»

«Ich glaube, viele Stadtmenschen denken, dass wir dumme Hinterwäldler sind, aber das ist nicht so», sagt Charisse Smith, die als Kellnerin im Annie's Kitchen Country Restaurant arbeitet, zur «Washington Post». «Wir sind vielleicht nicht immer so super gebildet, was Politik angeht, aber wir sind auch nur Menschen wie alle anderen», so die 25-Jährige.

Auch ihre Gäste sind überzeugte Trump-Unterstützer. «Er ist der erste Präsident seit Teddy Roosevelt, der wirklich das macht, was er angekündigt hat», sagt Buz Gosnell (71), ein pensionierter Helikopter-Pilot. Ein 60-jähriger Arbeiter aus der Öl- und Gasindustrie pflichtet ihm bei: Er sei erleichtert, einen «harten Geschäftsmann» im Weissen Haus zu haben, und hoffe, Trump werde den Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten die Tür vor der Nase zuschlagen. Sie alle treibt vor allem eins um: die Angst vor Terroristen und die Hoffnung auf mehr Sicherheit.

Viele halten grosse Stücke auf Trump

Ähnlich sehen das die Menschen in Indiana, einem republikanisch geprägten Bundesstaat im mittleren Westen der USA, aus dem auch der Vizepräsident Mike Pence stammt. Viele hier leben von der Landwirtschaft und viele halten grosse Stücke auf Trump.

«Er war ein erfolgreicher Geschäftsmann, der Millionen gemacht hat, und diese Fähigkeit benutzt er jetzt im Weissen Haus, um Amerika besser zu machen», ist die alleinerziehende Mutter Joey Hopper aus Sheridan überzeugt. Die Demonstrationen gegen Trump hält sie für eine «Überreaktion» von Leuten, die sich nicht richtig informieren würden. Trump habe doch gerade erst angefangen. «Gebt ihm eine Chance», fordert die 37-Jährige gegenüber dem «Indianapolis Star».

Der Geschäftsmann Bill Clem aus Fortville nennt die Proteste heuchlerisch. Trump verschärfe nur Gesetze, die es ohnehin schon gebe, glaubt der 62-Jährige. Für Clem und andere Trump-Unterstützer hängen dessen Wahlversprechen für erschwerte Einwanderung und die Schaffung neuer Jobs im Land eng zusammen. Unter den Immigranten, so die Befürchtung, könnten sich nicht nur Terroristen verstecken, sondern sie würden den Amerikanern auch die Jobs wegnehmen.

«Es geht um die Wirtschaft»

Trumps Job-Versprechen war auch für die Verkäuferin Sandy Roberts aus Sheridan der Hauptgrund, ihn zu wählen. «Es geht um die Wirtschaft, ganz einfach», fasst die 52-Jährige ihre Entscheidung zusammen. «Du brauchst einen Nebenjob, um von deiner Vollzeitstelle leben zu können, ich habe aber nur eine Vollzeitstelle», sagt Roberts, die in einer Filiale des Billigwaren-Anbieters Dollar General arbeitet.

Dass Donald Trumps Aktionismus nicht nur auf Unmut stösst, zeigen auch Umfragen. Die Seite Real Clear Politics listet mehrere Polls zur Frage auf, ob Trump seinen Job gut macht. Im Durchschnitt stimmen dem rund 45 Prozent der Befragten zu, gut 49 Prozent sind der gegenteiligen Ansicht. In einigen dieser Umfragen ist die Zustimmung zu Trumps Leistung aber auch höher als die Ablehnung.

Eine Umfrage von Zogby Analytics schlüsselt zudem auf, von wem Trump vor allem Zuspruch bekommt. Dabei zeigt sich, dass es vor allem Leute aus ländlichen Gegenden und kleinen Städten, Männer sowie ältere Menschen sind, die Trump bisher ein gutes Arbeitszeugnis ausstellen.

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