Made in China: Alle lieben den falschen Federer
Aktualisiert

Made in ChinaAlle lieben den falschen Federer

Ein Amerikaner macht den Test: Sehen für Chinesen alle Weissen gleich aus? Roger Federers Double beweist das eindeutig. Die Chinesen in Schanghai vergöttern den falschen Federer.

von
hua

Der Amerikaner Donald Mahoney lebt seit zwei Jahren in China und meint, dass alle Chinesen gleich aussehen. Er denkt sich: «Denken die Chinesen gleich von den Weissen?» Er macht den Test. Und wer wäre ein besseres Beispiel als der wohl grösste Tennisspieler aller Zeiten? Also zieht sich Mahoney Tennis-Klamotten an, heuert zwei falsche Bodyguards an und geht als falscher Roger Federer auf die Strassen von Schanghai. Der Effekt ist verblüffend.

Mahoney sieht «Fedex» nicht besonders ähnlich und spricht in einem ihm eigenen amerikanischen Englisch. Auch seine Stimme ähnelt in keiner Weise der von «King Roger». Doch die Chinesinnen und Chinesen fliegen auf ihn ab. Überall, wo er auftaucht, bildet sich sofort eine Menschenmenge und alle wollen ein Foto, eine Umarmung oder eine Unterschrift vom Fake-Federer.

Federer ist sicher nicht Linkshänder

Und obwohl sich weitere kleine Fehler bei Mahoney einschleichen, merken die chinesischen Fans nicht, dass da ein anderer vor ihnen steht. So ist Mahoneys falsches Federer-Autogramm mehr ein Gekritzel als eine Signatur des «Maestros». Ausserdem trägt Mahoney ein Head-Racket mit sich, Federer spielt aber mit Wilson. Zudem signiert Mahoney mit links, da er im Gegensatz zum Schweizer Linkshänder ist.

Zudem benutzt er Sätze wie «Living legend right here». Das bedeutet so viel wie: «Hier ist eine lebende Legende.» So ein Satz wäre aus dem Mund von Federer undenkbar. Oder: «Wenn ihr attraktive Schwestern habt, wäre ich interessiert.» Was wohl Mirka dazu sagen würde? Mahoneys Aktion beweist letztlich nur, dass den Fans eigentlich egal ist, wen sie vor sich haben, Hauptsache, für sie ist es der grosse Star.

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