Aktualisiert 17.09.2007 07:15

«Alle Menschen um mich herum haben gebrannt»

Nach dem Flugzeugunglück auf der thailändischen Ferieninsel Phuket ist die Zahl der Todesopfer auf 91 gestiegen, davon 55 Touristen. Aus dem verkohlten Wrack wurden die beiden Flugdatenschreiber geborgen.

Die Geräte sollen zur Auswertung in die USA gebracht werden. «Wir werden dann hoffentlich in ein paar Wochen die Ursache des Unglücks kennen», sagte der Verkehrsminister von Thailand.

Unter den 123 Passagieren waren 78 Ausländer und 45 Thailänder und sieben Besatzungsmitglieder. Die Zahl der Toten stieg am Montag auf 91. Es gebe derzeit keine Anzeichen dafür, dass sich Schweizer unter den Opfern befänden, hiess es aus dem Departement für auswärtige Angelegenheiten. Der Tod von Schweizer Staatbürgern sei aber nicht hundertprozentig auszuschliessen. Das EDA treffe deshalb weitere Abklärungen.

Schlechte Sicht

Die aus der Hauptstadt Bangkok kommende Maschine vom Typ MD-82 der Billigfluggesellschaft «One-Two-Go» hatte den Flughafen der Ferieninsel um 15.35 Uhr Ortszeit (10.35 Uhr MESZ) erreicht. Das Wetter in der Region war schon seit Tagen wegen anhaltender Gewitter und heftiger Windböen schlecht.

«Die Sicht war schlecht, als die Maschine zur Landung ansetzte», sagte Chaisak Angsuwan, Generaldirektor der thailändischen Luftverkehrsbehörde. «Der Pilot entschied durchzustarten, aber das Flugzeug geriet aus der Balance und stürzte ab.»

Ein Thailänder, der das Unglück überlebt hatte, sagte, das Flugzeug sei sehr schnell abgesunken und dann kurz wieder aufgestiegen. Dann habe die rechte Tragfläche einen Baum getroffen und das Flugzeug sei auf dem Boden aufgeschlagen.

«Alle Menschen um mich herum haben gebrannt», berichtete der 23-jährige Passagier. «Einige waren auf dem Boden, andere standen, und sie haben alle gebrannt.»

Herkunft noch nicht geklärt

Fernsehbilder zeigten das verkohlte Flugzeugwrack und Rettungskräfte, die eilig Tote und Verletzte bargen. Die Herkunft der Todesopfer wurde nach und nach ermittelt. Der französische Aussenminister Bernard Kouchner bestätigte den Tod eines Franzosen.

Unter den insgesamt 28 ausländischen Überlebenden waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums sieben Briten, jeweils drei Iren, Iraner und Niederländer, zwei Schweden und jeweils ein Insasse aus Australien, Österreich und Italien.

Die Staatsangehörigkeiten von drei weiteren ausländischen Überlebenden waren zunächst unklar. Kouchner hatte von zwei überlebenden Franzosen gesprochen. Die 15 anderen Überlebenden waren Thailänder.

Der Flughafen wurde nach dem Unglück geschlossen. Phuket, die grösste Insel Thailands, ist etwa so gross wie Singapur. Sie liegt rund 600 Kilometer südlich von Bangkok im Andamanischen Meer.

(sda)

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