Zürich Kreis 5: Alle Mitarbeiter des 4. Akts erhielten Kündigung
Aktualisiert

Zürich Kreis 5Alle Mitarbeiter des 4. Akts erhielten Kündigung

Der langjährige Chef des 4. Akt im Zürcher Kreis 5 ist seinen Job los – und mit ihm gleich alle 12 Mitarbeiter. Die Holenstein Gastro will «frischen Wind» ins Lokal bringen.

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som/rom
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Rochade im 4. Akt im Zürcher Kreis 5: Der langjährige Chef wurde nach 17 Jahren entlassen.

Rochade im 4. Akt im Zürcher Kreis 5: Der langjährige Chef wurde nach 17 Jahren entlassen.

Die Kündigung erhielten auch seine zwölf Mitarbeiter. Offenbar lief die Bar nicht mehr so gut wie früher.

Die Kündigung erhielten auch seine zwölf Mitarbeiter. Offenbar lief die Bar nicht mehr so gut wie früher.

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Im 4. Akt beim Escher-Wyss-Platz hat so mancher KV-Stift seinen Prüfungsstress mit Vodka-Redbull runtergespült. Ein Frust muss es auch für den Geschäftsführer Davide Del Gaudio gewesen sein, als er vergangene Woche entlassen wurde – notabene nach 17 Jahren. Die Betreiberin Holenstein Gastro kündigte aber nicht nur ihm, sondern gleich der ganzen Belegschaft. Zwölf Mitarbeiter an der Bar und in der Küche sind betroffen – darunter einige, die seit vielen Jahren dabei sind.

Del Gaudio sagte auf Anfrage lediglich, dass er keinen Groll hege wegen seiner Entlassung: «Für mich beginnt jetzt ein neuer Lebensabschnitt.» Laut Insidern soll es zwischen ihm und der Betreiberin Meinungsverschiedenheiten gegeben haben, zudem soll die Bar in letzter Zeit nicht mehr so gut gelaufen sein wie früher.

Bar wurde in letzter Zeit nicht mehr nach unseren Vorstellungen geführt

Dass der 4. Akt weniger Gäste hat, verneint Nicole Rallo-Holenstein, Sprecherin der Gastro Holenstein: «Trotzdem wollen wir etwas frischen Wind in die Bar bringen», das brauche es zwischendurch: «In letzter Zeit ist die Bar nicht mehr in unserem Sinn geführt worden. Wir möchten nun zurück zu unseren Wurzeln.» Das heisst für Rallo-Holenstein: Party vor dem Ausgang mit DJs, Drinks und einer guten Küche. Umsetzen soll dies Lexx Nigl, der zuvor im Akt im Dörfli Geschäftsführer war.

Die alte Belegschaft aber werde nicht einfach so auf die Strasse gestellt, so Rallo-Holenstein: «Sie haben eine reguläre Kündigungsfrist.» Zudem würden wohl die Verträge mehrheitlich zu gleichen oder gar besseren Bedingungen erneuert: «Die Mitarbeiter haben gute Arbeit geleistet.» Dass bei einem Geschäftsführerwechsel das Team neu zusammengestellt würde, sei in der Gastrobranche aber normal: «Für einen kompletten Neuanfang wollten wir einen sauberen Schnitt machen.»

Verwundert über Massenkündigung

Eine Massenentlassung normal in der Gastrobranche? Da widerspricht ein Kenner, der seit über 40 Jahren selber wirtet: «So etwas kommt höchstens vor, wenn ein Lokal schliessen muss – sonst aber habe ich noch nie von so etwas gehört.»

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