Aktualisiert 15.01.2015 13:51

Zürich

Alle Polizeistellen besetzt – erstmals seit 25 Jahren

2247 Vollzeitstellen sind dem Zürcher Kantonspolizei-Korps von der Politik zugestanden worden – seit Neustem sind alle besetzt.

Polizisten der Kantonspolizei Zuerich und der Polizei von Baden-Wuerttemberg bei einer Grosskontrolle in Bülach.

Polizisten der Kantonspolizei Zuerich und der Polizei von Baden-Wuerttemberg bei einer Grosskontrolle in Bülach.

Der «Sollbestand» wurde im Januar erfüllt, als 20 Aspirantinnen und Aspiranten in die Polizeischule eintraten, wie Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) sagte. Damit habe man ein 25-jähriges Versprechen eingelöst. Viermal pro Jahr starten die einjährigen Ausbildungsgänge. Damit können Pensionierungen und andere Abgänge ausgeglichen werden.

Die verschiedenen «Hintergrund»-Stellen sind in der «Soll-Zahl» für das Korps nicht inbegriffen. Laut Fehr liegt der gesamte Personalbestand der Kantonspolizei bei rund 3800 Stellen.

Die Strategie gehe dahin, für Tätigkeiten, die keine voll ausgebildeten Polizeikräfte bedingen, Sicherheitsassistenten einzusetzen und damit das Korps zu entlasten. 100 solcher Sicherheitsassistenten sind etwa am Flughafen im Einsatz. Auch diese Stellen müssen allerdings jeweils bewilligt werden, so Fehr.

Kriminalität auf historischem Tiefstand

Mit der Vollbesetzung erreicht die Regierung kurz vor Ende der Legislatur 2011–2015 ein ausdrückliches Legislaturziel, nachdem zuvor verschiedene Sparmassnahmen polizeiliche Einschränkungen zur Folge gehabt hatten. Unter anderem ist die Polizei im ganzen Kantonsgebiet präsenter und die wichtigen Posten im Hauptbahnhof Zürich sowie im Bahnhof Winterthur können länger offen halten.

Laut Polizeikommandant Thomas Würgler konnten dank ausreichend Personal erfolgreich Schwerpunktaktionen zur Prävention durchgeführt werden – etwa gegen Taschendiebe in der Vorweihnachtszeit oder gegen Dämmerungseinbrüche.

Eine direkte Folge der vermehrten Polizeiaktivität sei der Rückgang der Kriminalität im Kanton, waren sich Fehr und Würgler und auch Kriminalpolizei-Chefin Christiane Lentjes Meili einig. Laut Fehr dürfte die Anzahl Delikte im vergangenen Jahr bei rund 100'000 liegen – ein «historischer Tiefstand».

Wichtig: Ausrüstung und Gesetze

Aber nicht allein der Personalbestand sei ausschlaggebend: Dank moderner Ausrüstung könne viel Büro-Aufwand eingespart werden. So erlaubten etwa iPads den Polizisten, Ereignisse rasch vor Ort zu rapportieren.

Dazu kommen laut Fehr die politischen Rahmenbedingungen – etwa das neue Polizeigesetz. Dieses gibt der Polizei unter anderem in gewissen Fällen die Möglichkeit zu Vorermittlungen im Internet.

Gerade in der Bekämpfung von Sexualdelikten seien Ermittlungen in einschlägigen Chatrooms sehr wichtig, sagte Lentjes Meili. Im vergangenen Jahr habe man so zehn Verhaftungen vornehmen können. Alle Täter seien bereits verurteilt. Es gelte, sich ständig auf dem aktuellen Stand zu halten, um den sich laufend wandelnden Herausforderungen zu begegnen.

Vieles muss jedoch im Hintergrund bleiben. So konnte Kommandant Würgler beispielsweise keine Auskunft darüber geben, wie man sich im Kanton Zürich gegen die Terrorbedrohung wappnet. Man stehe jedenfalls in engem Kontakt mit den Bundesbehörden. Schon vor den Anschlägen von Paris sei die Aufmerksamkeit und Sensibilität für derartige Bedrohungen sehr hoch gewesen, versicherte Fehr. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.