Neue Erfahrungen: «Alle Schweizer sollten einmal auswandern»
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Neue Erfahrungen«Alle Schweizer sollten einmal auswandern»

Auswanderer würden praktisch als Landesverräter behandelt, stellt ein Migrationsexperte fest. Dabei seien sie eine Bereicherung für die Wirtschaft.

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lz
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Die Schweiz müsse sich mehr mit ihren Auswanderern beschäftigen, verlangt Walter Leimgruber, Präsident der Migrationskommission, im Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung.» Er hat im Rahmen eines Nationalfondsprojekts mit Auswanderern gesprochen.

Die Schweiz müsse sich mehr mit ihren Auswanderern beschäftigen, verlangt Walter Leimgruber, Präsident der Migrationskommission, im Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung.» Er hat im Rahmen eines Nationalfondsprojekts mit Auswanderern gesprochen.

Keystone/Lukas Lehmann
Eine Weile ausserhalb der Schweiz zu leben, hat laut Leimgruber viele Vorzüge: Man eigne sich beispielsweise neue Kompetenzen in anderen Sprachen und Kulturen an. Er bedauert darum, dass es immer noch nur eine Minderheit mit dem Auswandern probiert.

Eine Weile ausserhalb der Schweiz zu leben, hat laut Leimgruber viele Vorzüge: Man eigne sich beispielsweise neue Kompetenzen in anderen Sprachen und Kulturen an. Er bedauert darum, dass es immer noch nur eine Minderheit mit dem Auswandern probiert.

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«Es braucht vielleicht ein Selbstverständnis, dass alle einmal in ihrem Leben auswandern sollten; es muss ja nicht für immer sein.» In der Schweiz herrsche noch immer der Glaube, ein guter Staatsbürger müsse sesshaft sein. «Für einige ist ein Auswanderer ein Landesverräter», so Leimgruber.

«Es braucht vielleicht ein Selbstverständnis, dass alle einmal in ihrem Leben auswandern sollten; es muss ja nicht für immer sein.» In der Schweiz herrsche noch immer der Glaube, ein guter Staatsbürger müsse sesshaft sein. «Für einige ist ein Auswanderer ein Landesverräter», so Leimgruber.

unsplash/ Lee Key

Die Schweiz müsse sich mehr mit ihren Auswanderern beschäftigen, verlangt Walter Leimgruber, Präsident der Migrationskommission, im Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung.» Er hat im Rahmen eines Nationalfondsprojektes mit Auswanderern gesprochen.

Eine Weile ausserhalb der Schweiz zu leben, hat laut Leimgruber viele Vorzüge: Man eigne sich beispielsweise neue Kompetenzen in anderen Sprachen und Kulturen an. Er bedauert darum, dass es immer noch nur eine Minderheit mit dem Auswandern probiert. «Es braucht vielleicht ein Selbstverständnis, dass alle einmal in ihrem Leben auswandern sollten; es muss ja nicht für immer sein.»

Rückkehrer sind eine grosse Chance

In der Schweiz herrsche noch immer der Glaube, ein guter Staatsbürger müsse sesshaft sein. «Für einige ist ein Auswanderer ein Landesverräter», so Leimgruber.

Diejenigen, die es mit dem Auswandern wagen, seien in der Regel zwischen 20 und 35 Jahre alt und sehr gut ausgebildet. «Es gibt viele, die zurückkommen. Man versucht es einfach einmal.» Diese Rückkehrer seien gemäss Leimgruber für die Schweizer Wirtschaft und Politik eine grosse Chance.

Die hier ansässigen Firmen hätten extreme Mühe, Schweizer zu finden, die für sie in die Welt hinausgehen. «Also holen sie Mitarbeiter aus dem Ausland, die das tun, was wiederum dazu führt, dass die Zurückbleibenden Angst um ihren Job haben.»

«Die Mutigen und Kreativen wandern aus»

Die Zahl der Auslandschweizer belaufe sich auf etwa 700'000 Leute und steige stetig. Leimgruber begründet dies damit, dass sich Leute, die etwas Spezielles leisten wollen, in der Schweiz nicht entfalten könnten. «Die Schweiz hat ein Problem, mutige, kreative und schöpferische Menschen im Land zu halten.»

Die Auswanderer, mit denen Leimgruber gesprochen hat, erzählten immer dieselbe Geschichte: «Wenn du in der Schweiz etwas umsetzen willst und scheiterst, bekommst du immer den Satz zu hören: ‹Ätsch, ich habe dir ja gesagt, dass das nicht funktioniert.›»

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