10.08.2020 09:41

Schwedens Staatsepidemiologe «Allein auf Masken zu vertrauen, ist gefährlich»

Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell sieht sich momentan in seiner Corona-Strategie wieder bestätigt. Er verrät, warum sie funktioniert.

von
Katja Fässler
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«Es ist schwedische Tradition, dass wir dem Einzelnen viel Verantwortung geben und beeinflussen», sagt Anders Tegnell in einem Interview mit der «Bild».

«Es ist schwedische Tradition, dass wir dem Einzelnen viel Verantwortung geben und beeinflussen», sagt Anders Tegnell in einem Interview mit der «Bild».

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Noch Anfang Juni hatte der Staatsepidemiologe Fehler bei seiner Corona-Strategie eingestanden.

Noch Anfang Juni hatte der Staatsepidemiologe Fehler bei seiner Corona-Strategie eingestanden.

Foto: Keystone
Damals sagte er in einem Interview mit Swedish Radio:  «Man hätte sicher mehr tun müssen, um das Virus einzudämmen.»

Damals sagte er in einem Interview mit Swedish Radio: «Man hätte sicher mehr tun müssen, um das Virus einzudämmen.»

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Darum gehts

  • Der schwedische Staatsepidemiologe Anders Tegnell stellt die Wirksamkeit des Maskentragens infrage.
  • Erneut betont er, dass mit dem Appell an Eigenverantwortung viel erreicht werden könne.
  • Die Corona-Ansteckungen waren jüngst in Schweden wieder etwas zurückgegangen.
  • Aktuell macht sich jedoch wieder eine höhere Infektionsrate unter Jüngeren bemerkbar.

Schwedens Sonderweg in der Corona-Pandemie scheint aktuell unter einem guten Stern zu stehen: Die Ansteckungen pro Tag sinken seit ein paar Tagen, und die Konjunktur ist zwar eingebrochen, steht aber im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedsstaaten wie Spanien und Italien noch gut da. Schweden liess Restaurants und Geschäfte offen, während andere Länder im Lockdown ausharrten.

«Es ist schwedische Tradition, dass wir dem Einzelnen viel Verantwortung geben und beeinflussen. Das hat in der Vergangenheit sehr gut funktioniert», sagt Staatsepidemiologe Anders Tegnell zur «Bild».

Auch spricht Tegnell das Tragen von Masken an. Das daraus zurückzuführende Resultat sei erstaunlich schwach, obwohl so viele Menschen weltweit einen Mundschutz tragen würden. «Länder wie Spanien oder Belgien haben ihre Bevölkerung Masken tragen lassen – trotzdem stiegen die Infektionszahlen. Zu glauben, dass Masken unser Problem lösen können, ist jedenfalls sehr gefährlich», so Tegnell weiter.

Sorgen vor dem Schulbeginn

Seit Anfang Juli war die Infektionsrate in Schweden von 2500 auf 300 Ansteckungen pro Tag gesunken. Dass der Trend so positiv weitergeht, wird derzeit jedoch angezweifelt. Wie schwedische Medien berichten, nimmt die Infektionsrate bei jüngeren Menschen zu. Dies genau zu dem Zeitpunkt, in dem die Schulen und Gymnasien nach den Sommerferien wieder öffnen.

Hochschullehrer zeigen sich besorgt darüber, wie sie die nötigen Schutzmassnahmen wirksam umsetzen können. Der Platzmangel sei ein Problem, aber auch die Art und Weise, wie junge Leute doch sehr unbesorgt mit der Pandemie umgehen, sagen sie gegenüber dem «Expressen».

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288 Kommentare
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gezo

11.08.2020, 22:25

Ausgerechnet der muss sich zu Wort melden, ausgerechnet!!!

FTS

11.08.2020, 03:52

FTS FTP =F T Politiker not a Police

Svergie pa more

10.08.2020, 13:41

Schweden hat mittlerweile glasklar bewiesen, dass keine Massnahmen der beste Weg sind.