Super Bowl XLIII: Alles bereit für Mega-Event in den USA
Aktualisiert

Super Bowl XLIIIAlles bereit für Mega-Event in den USA

Der 43. Super Bowl kennt einen klaren Favoriten: Die Pittsburgh Steelers mit «Big» Ben Roethlisberger könnten mit einem Triumph über den Aussenseiter Arizona Cardinals in der Nacht auf Montag in Tampa Geschichte schreiben.

Als erstes NFL-Team würden sich die Steelers die Trophäe zum sechsten Mal holen. Sie wären damit alleiniger Rekordchampion.

Die Buchmacher sehen Pittsburgh mit einer Sieg-Quote von 1:1,4 voran. Selbst der neue US-Präsident Barack Obama tippt auf einen Eintrag der Steelers in die Geschichtsbücher. Im bisherigen Saisonverlauf hatte der Meister der American Football Conference (AFC) vor allem über seine starke Abwehrreihe dominiert.

Diese hat in Pittsburgh Tradition. In den 70er-Jahren hatte der sogenannte «Steel Curtain» dem Team vier Super-Bowl-Triumphe beschert. Der fünfte folgte im Jahr 2006 mit einem 21:10-Sieg gegen die Seattle Seahawks. Es war der erste Triumph für den Steelers- Quarterback mit Emmentaler Wurzeln, Ben Roethlisberger. Von der Nachrichtenagentur AP wurde Ben Roethlisberger mit der Überschrift «Born to not lose» (geboren, um nicht zu verlieren) schon im Vorfeld der nunmehr 43. Super Bowl in den Siegerstand erhoben.

Premiere für die Cardinals

Die Arizona Cardinals stehen erstmals in ihrer Geschichte in der Super Bowl, haben im Verlauf der bisherigen Play-Offs allerdings bereits dreimal überrascht. Die Atlanta Falcons (30:24), die Carolina Panthers (33:13) und die Philadelphia Eagles (32:25) stehen auf der «Abschlussliste» von Star-Quarterback Kurt Warner. Der 37-Jährige hatte bereits im Jahr 2000 mit den St. Louis Rams einen der begehrten Super-Bowl-Ringe gewonnen.

Warners wichtigster Passfänger ist Larry Fitzgerald, der in den bisherigen Playoffs 419 Yards Raumgewinn erzielt hat - mehr als jeder andere NFL-Receiver zuvor. «Ich habe Vertrauen in mein Team. Wir können es schaffen - auch gegen diese Jungs aus Pittsburgh», betonte Warner.

Der Star in Pittsburgh ist abgesehen von «Big Ben» die Defense um Troy Polamalu, den vielleicht besten Verteidiger der NFL. Auch im Halbfinal gegen die Baltimore Ravens (23:14) hatte der spektakuläre Safety den entscheidenden Pass abgefangen. Die Steelers führen fast alle massgebenden Defensiv-Statistiken der Liga an.

Mitverantwortlich dafür ist auch Cheftrainer Mike Tomlin, dem in Pittsburgh 2007 ausgerechnet der Vorzug gegenüber Ken Whisenhunt, dem Coach der Arizona Cardinals, gegeben worden war. Der jetzige Arizona-Headcoach Whisenhunt hatte 2006 als damaliger Offensiv- Koordinator der Steelers noch massgeblichen Anteil am Super-Bowl- Triumph von Pittsburgh 2006.

Roethlisberger will Nervenflattern vermeiden

Ben Roehlisberger hatte vor drei Jahren beim 21:10-Super-Bowl- Triumph der Pittsburgh Steelers gegen Seattle eine unterdurchschnittliche Leistung geboten. Für die Wahl zum MVP der Partie stand er bei nur 123 Yards Raumgewinn seiner Pässe sowie zwei Fehlzuspielen nicht zur Diskussion. «Jetzt bin ich älter, gelassener und einfach reifer. Deshalb hoffe ich, dass mir die Nerven keinen solchen Streich wie damals mehr spielen», sagt Roethlisberger.

Ben Roethlisberger kann es als erst zweiter Quarterback nach Tom Brady schaffen, bereits im Alter von 26 Jahren den zweiten Super- Bowl-Triumph zu verbuchen. Roethlisbergers Stärken sind weniger die spektakulär weiten Pässe, sondern mehr sein Antizipationsvermögen, kurzum sein Gespür für die jeweilige Spielsituation. «Er bleibt ruhig, kann aber auch selbst einen Spielzug wagen», sagt Santonio Holmes über seinen 1,96 m grossen Teamkollegen. Roethlisbergers Top- Receiver Hines Ward laboriert zwar an einer Knieverletzung, der wertvollste Spieler (MVP) des Super-Bowl-Triumphes der Steelers von 2006 sollte aber spielen können.

Whisenhunt vs. Roethlisberger

Nach dem Super-Bowl-Sieg der Steelers 2006 und einem erstmaligen Abstecher in die Schweiz hatte Roethlisberger einen Motorrad- Unfall, der beinahe seine NFL-Karriere beendet hätte. Roethlisberger trug keinen Helm und zog sich mehrere Knochenbrüche im Gesicht zu.

«Dieser Unfall beeinträchtigte sein Leistungsvermögen anschliessend und war der Ursprung, weshalb die Steelers damals die Playoffs verpassten», sagt Whisenhunt rückblickend. «Da bin ich ganz anderer Meinung. Ich hatte einfach ein schlechtes Jahr, unabhängig von diesem Unfall. Auch 'Whis' wird einmal im Laufe seiner Karriere ein schlechtes Jahr gehabt haben.» Roethlisberger hatte im Januar 2007 den Abgang seines einstigen Mentors nicht (mehr) bedauert - auch, weil die Auffassungen über die Ausführung der Angriffs-Strategien immer mehr auseinanderklafften.

Die USA stehen am Sonntag still. 97,5 Millionen TV-Zuschauer hatten im Vorjahr alleine in den Staaten den Sieg der New York Giants gegen die New England Patriots miterlebt. Dementsprechend scheint nicht einmal die Finanzkrise die Werbepreise bremsen zu können. Rund drei Millionen Dollar kostet ein 30-sekündiger Spot. Das Vorprogramm auf NBC dauert mehr als drei Stunden, ein Interview mit Barack Obama inklusive. Rockstar Bruce Springsteen wird zur Halbzeit im Raymond James Stadium seinen ersten Super-Bowl-Auftritt haben.

(si)

Die Super-Bowl-Sieger der letzten 10 Jahre:

1999: Denver Broncos

2000: St. Louis Rams

2001: Baltimore Ravens

2002: New England Patriots

2003: Tampa Bay Buccaneers

2004: New England Patriots

2005: New England Patriots

2006: Pittsburgh Steelers

2007: Indianapolis Colts

2008: New York Giants

Häufigste Sieger:

Pittsburgh Steelers 5 Titel (zuletzt 2006)

Dallas Cowboys 5 (1996)

San Francisco 49ers 5 (1995)

New York Giants 3 (2008)

New England Patriots 3 (2005)

Green Bay Packers 3 (1997)

Washington Redskins 3 (1992)

Oakland Raiders/LA Raiders 3 (1984)

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