Unterseen BE: «Alles deutet auf ein Ritual hin»
Aktualisiert

Unterseen BE«Alles deutet auf ein Ritual hin»

Die Schweiz rätselt über ein Floss mit Kinderutensilien, das am Ufer des Thunersees aufgefunden wurde. Laut einer Elternberaterin dürfte ein Abschiedsritual für ein Kleinkind dahinterstecken.

von
loo

Frau Favero, was hat das mysteriöse Floss zu bedeuten?

Käthy Favero*: Für mich deutet alles auf ein Abschiedsritual hin für ein Kind, das etwa im ersten Lebensjahr verstorben ist.

Wie kommen Sie darauf?

Das Standardwerk für Trauerarbeit bei Kindstod, «Gute Hoffnung, jähes Ende» von Hannah Lotrop, beschreibt exakt solche Abschiedsrituale. Dabei geht es darum, die Seele des Kindes loszulassen. Symbolisch verabschiedet man sich von dessen Gegenständen und gibt ihm Abschiedswünsche auf die Reise ins Jenseits. Wasser ist dafür ein wichtiges Element.

Welche Rolle spielt die Taschenlampe?

Meist sind Kerzen dabei als Licht für die Reise. Aber eine – wasserfeste – Taschenlampe kann nicht ausgehen und brennt länger.

Dann haben die Flossbauer kürzlich ihr Kind verloren?

Nicht unbedingt. Das kann auch Jahre zurückliegen, aber die Eltern waren vielleicht erst jetzt bereit, loszulassen.

(*Käthy Favero ist die Gründerin von Engelskinder.ch, der ersten Beratungs- und Selbshilfeplattform der Schweiz für Eltern früh verstorbener Kinder.) (loo/20 Minuten)

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