Aktualisiert 03.07.2014 13:13

2 Schritte bis zum TitelAlles läuft für Federer

Physisch ist Roger Federer wieder da, wo er sein wollte. Doch kann er in Wimbledon wieder in den Kreis der Sieger zurückkehren? Die Zeichen stehen so gut wie lange nicht mehr.

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Einen Brocken musste Roger Federer selbst aus dem Weg räumen (Stan Wawrinka), einer hat sich selbst verabschiedet (Rafael Nadal). Der grösste aber könnte ihm auf seinem Weg zum achten Wimbledon-Titel noch in die Quere kommen: Novak Djokovic, wenn alles nach Plan läuft sein Finalgegner vom Sonntag. Was bei Turnierbeginn nach einem happigen Los klang, hat sich in den vergangenen Tagen in eine machbare Aufgabe verwandelt.

Aus einem weiteren Grund geht Federer beruhigt in seinen 35. Halbfinal bei einem Grand-Slam-Turnier. Aufgrund des spielfreien mittleren Sonntags in Wimbledon steht den Cracks oft eine happige zweite Turnierwoche bevor. Vier Best-of-5-Matches in sechs Tagen (im Falle eines Turniersieges) sind für den bald 33-jährigen Federer eine enorme Belastung. Gut, dass er Kräfte sparen konnte.

Federer ist im Zeitplan

Dank seinem glatten Sieg gegen Tommy Robredo erreichte er den Viertelfinal ohne Satz- und Aufschlagverlust und stand bei seinen fünf Spielen nicht mehr als 96 Minuten pro Partie auf dem Platz. Gegen Wawrinka blieb er zwar im ersten Durchgang chancenlos, gewann dann aber relativ zügig in vier Sätzen. Da der Romand offensichtlich angeschlagen war, musste Federer zudem keine langen Ballwechsel spielen.

Federer geht am Freitag nicht nur frisch in das Halbfinal-Duell mit dem Kanadier Milos Raonic, der im Viertelfinal Nadal-Bezwinger Nick Kyrgios eliminierte. Auch die Moral stimmt vor dem Generationen-Duell mit dem 23-jährigen Kanadier, gegen den Federer im Head-to-Head 4:0 führt. Auf Rasen, seiner Lieblingsunterlage, kann Fedex sein schnelles Spiel forcieren.

Aufgepasst vor Raonics Aufschlag

Für Raonic, der unglaubliche Fortschritte gemacht hat und eine starke Saison spielt, aber mit seinen 1,96 m und 99 kg manchmal träge wirkt, ist Federers Rasenspiel eine Herausforderung. Mit seinem variantenreichen Spiel und besonders dem Slice dürfte Federer dem Kanadier das Leben schwer machen. In Acht nehmen muss sich der Schweizer vor dem Aufschlag des Hünen: 147 Asse schlug Raonic im bisherigen Turnierverlauf - 39 davon gegen Kyrgios.

Was die Erfahrung angeht, kann Raonic, der als erster Kanadier seit 1908 in einem Major-Halbfinal steht, dem Schweizer lange nicht das Wasser reichen. Der Maestro konnte das prestigeträchtige Turnier schon siebenmal gewinnen - bei acht Final-Teilnahmen. Und noch etwas spricht für den besten Tennisspieler aller Zeiten: Wenn er im Halbfinal stand, dann zog er auch in den Final ein. Seit seinem ersten Triumph 2003 musste Federer zweimal im Viertelfinal (2010 gegen Berdych, 2011 gegen Tsonga) und 2013 bereits in der zweiten Runde (gegen Stachowski) die Segel streichen.

Hilft Dimitrov?

Müsste man ein Drehbuch schreiben, wie und wo Roger Federer zu seinem 18. Grand-Slam-Titel kommt, könnte man den bisherigen Turnierverlauf schildern. Für das Schlusskapitel ist der Maestro selber verantwortlich. Vielleicht hilft Grigor Dimitrov mit, der wie Federer in diesem Jahr auf Gras noch unbesiegt ist und im Halbfinal auf Novak Djokovic trifft.

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