Kritik an Detektiv-Ausbildung : «Alles reine Geldmacherei»
Aktualisiert

Kritik an Detektiv-Ausbildung «Alles reine Geldmacherei»

Mit grellen Inseraten wirbt eine Detektei für eine teure Ausbildung zum Privatdetektiv. «Reine Geldmacherei», warnt der Detektivverband.

von
Zora Schaad

Wie Matula Verbrecher observieren, Verdächtige auf halsbrecherischen Autofahrten verfolgen oder der Gerechtigkeit als verdeckter ­Ermittler zum Durchbruch verhelfen – das Leben eines Privat­detektivs scheint aus Action und Nervenkitzel zu bestehen. Verlockend tönt daher das Inserat im Stellenanzeiger «Job Sicht»: In nur sechs Monaten können sich Interessierte zu Privatdetektiven ausbilden lassen, wirbt die Detektivschule der Schweizerischen Agenten-Organisation (SAO). Nach bestandener Prüfung wird eine Anstellung mit «überdurchschnittlichem Verdienst bei freier Zeiteinteilung» versprochen. Da nur noch drei Plätze frei seien, wird eine rasche Anmeldung empfohlen. Kostenpunkt für 24 Schultage: rund 4000 Franken, Ratenzahlungen sind möglich.

Beim Fachverband der Schweizerischen Privatdetek­tive (FSPD) hat man für die Schule von SAO-Kopf Erich Wunderli wenig übrig: «Der Schulstoff geht völlig am Berufsalltag vorbei. Bei den ­Abschlussprüfungen wurden absurde Fragen gestellt», so FSPD-Präsident Fritz Nyffeler. Er sei überzeugt, dass von der SAO-Ausbildung nicht der ­Absolvent, sondern nur die Schule profitiere. «Das ist reine Geldmacherei.»

Schulleiter Wunderli widerspricht: «Das Geld, das unsere Absolventen in ihre Ausbildung gesteckt haben, holen sie schnell wieder rein. Arbeit ­haben wir genug.» Er betont, dass die SAO an der Ausbildung kaum verdiene.

Das Inserat der Detektei SAO.

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