Haarausfall – Expertin verrät Ursachen und Behandlungen

Jeden Tag verlieren wir jede Menge Haare – doch wie viel Haarausfall ist normal?

Jeden Tag verlieren wir jede Menge Haare – doch wie viel Haarausfall ist normal?

Pexels/Franca Descolorida
Publiziert

Dermatologin klärt aufAlles, was du über Haarausfall wissen musst

Wie viel Haarausfall ist normal? Und was kann man dagegen tun, wenn man zu viele Haare verliert? Eine Dermatologin beantwortet die wichtigsten Fragen.

von
Anna Janssen

Wer nach dem Duschen plötzlich Unmengen an Haaren im Abfluss findet, kriegt schnell mal einen Schock. Die Bürste ist auch voll davon – ist das noch normal?

Das Gefühl, dass nur Männer unter dem Verlust der Kopfhaare leiden, täuscht: Rund ein Drittel der Frauen ist im Laufe des Lebens von Haarausfall betroffen. Dermatologin Dr. med. Daniela Kleeman von die-haut.ch, erklärt, welche Gründe es für übermässigen Haarausfall gibt und welche Behandlungsmöglichkeiten offen stehen.

Dr. med. Daniela C. Kleeman ist Fachärztin FMH Dermatologie und Venerologie und kennt die Ursachen für Haarausfall.

Dr. med. Daniela C. Kleeman ist Fachärztin FMH Dermatologie und Venerologie und kennt die Ursachen für Haarausfall.

die-haut.ch

Wir verlieren täglich Haare. Ab wann ist die Sorge berechtigt?Bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren, ist ganz normal. Es gibt je nach Jahreszeit auch Schwankungen – das ist jedoch individuell. Sobald man aber büschelweise Haare verliert, ist die Sorge sicher berechtigt.

Welche Gründe gibts denn für übermässigen Haarausfall? Am häufigsten ist der anlagebedingte Haarverlust – bei Männern und Frauen. Aber auch verschiedene Krankheiten, Infektionen und Entzündungen der Kopfhaut können zum Verlust der Haare führen.

Etwa 100 Haare verlieren wir pro Tag. Fallen sie allerdings büschelweise aus, gibt es Grund zur Sorge.

Etwa 100 Haare verlieren wir pro Tag. Fallen sie allerdings büschelweise aus, gibt es Grund zur Sorge.

Pexels/Anete Lusina

Und sonst? Vermehrter Haarverlust kann auch durch Nährstoffmangel – zum Beispiel Eisenmangel – auftreten, was oft bei jungen Frauen vorkommt. Andererseits fallen Haare auch durch Stress aus, wobei dieser nicht nur durch Probleme im Job oder Privatleben ausgelöst wird. Genauso können schwere Erkrankungen Stress für den Körper bedeuten. Auch Hormone beeinflussen den Haarzyklus: Östrogene wirken sich positiv auf die Haarpracht aus, Testosterone eher nicht. Fällt der Östrogenwert bei Frauen nach der Schwangerschaft oder Menopause stark ab, fallen auch die Haare. Da ein Haar einem dreimonatigen Zyklus von Wachstum, Stillstand und Ausfallen unterliegt, merkt man den Haarausfall oft erst mit Verzögerung.

Ein strenger Zopf kann zu bleibenden Schäden führen.

Dr. med. Daniela Kleeman, Dermatologin

Viele tragen die Haare streng zusammengebunden. Kann das kahle Stellen hervorrufen? Wenn man über Jahre hinweg einen strengen Zopf oder auch eine schwere Frisur wie Dreadlocks trägt, zieht das konstant an den Haarwurzeln und kann zu bleibenden Schäden führen. Da der stärkste Zug auf dem vorderen Haaransatz liegt, wandert dieser immer weiter nach hinten.

Ein strenger Zopf ist dein Markenzeichen? Nicht die beste Idee.

Ein strenger Zopf ist dein Markenzeichen? Nicht die beste Idee.

Pexels/Vinicius Wiesehofer

Führt regelmässiges Styling mit Föhn, Glätteisen und Lockenstab auch zu Haarverlust? Nein, das schädigt lediglich die Haarstruktur und sorgt für brüchige und glanzlose Haare. Die Haarwurzel selber wird davon aber nicht beeinflusst.

Was hilft am besten gegen Haarausfall? Grundsätzlich sollte man die Ursache herausfinden und behandeln – nicht einfach nur die Symptome bekämpfen. Bei genetisch bedingtem Haarausfall und zur Linderung der Symptome hat sich der Wirkstoff Minoxidil in mehreren Studien als langfristig wirksam herausgestellt. Er wird auf die Kopfhaut aufgetragen. Ausserdem sind sogenannte PRP-Behandlungen, bei denen ein Serum aus Eigenblut in die Kopfhaut injiziert wird, oft erfolgreich. Die Kosten werden allerdings nicht von der Krankenkasse übernommen und man sollte die Behandlung am Anfang der Therapie mindestens drei Mal durchführen.

Sobald die Haarwurzeln geschädigt sind, können die Haare nicht mehr gerettet werden.

Dr. med. Daniela Kleeman, Dermatologin

Kann man vorsorglich etwas gegen Haarverlust tun? Generell sollte man so früh wie möglich mit den entsprechenden Behandlungen anfangen. Sind die Haarwurzeln irreversibel geschädigt oder stellen die Produktion ein, können diese Haare nicht mehr gerettet werden. Gerade genetischen Haarausfall kann man nicht stoppen, sondern nur mit Behandlungen verzögern. Vorsorglich Spurenelemente wie Biotin einzunehmen ist sicherlich nie falsch, da diese Nägel und Haare stärken.

Biotin stärkt Haare und Nägel.

Biotin stärkt Haare und Nägel.

Pexels/Yaroslav Shuraev

Welche natürlichen Mittel helfen sonst noch? Es hilft sicher, die Durchblutung der Kopfhaut anzuregen, zum Beispiel mit Koffeinshampoos. Meine Grossmutter meinte immer, ich solle Hirse essen, da diese auch Biotin enthält. Meistens helfen solche Mittel leider aber nur begrenzt.

Hast du auch Erfahrungen mit Haarausfall? Was hat bei dir geholfen? Teile sie in denn Kommentaren mit uns!

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