Angriff auf Mormonen-Familie: «Alles, was sie fanden, waren Asche und Knochen»
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Angriff auf Mormonen-Familie«Alles, was sie fanden, waren Asche und Knochen»

Drogengangster sollen in Mexiko drei Frauen und sechs Kinder einer Mormonen-Gemeinschaft getötet haben. Die Täter hatten es wohl auf sie abgesehen. Eine Person wurde verhaftet.

von
vro

Die Autos brannten völlig aus. (Video: Facebook)

Die Angriffe schockierten die Welt. Als Mitglieder einer Mormonen-Gemeinde zwischen Sonora und Chihuahua nahe der US-Grenze in Mexiko unterwegs waren, wurden sie an zwei verschiedenen Orten aus einem Hinterhalt angegriffen. Drei Frauen und sechs Kinder starben, die jüngsten von ihnen waren erst wenige Monate alt. Eine der Frauen starb, als sie ihre sieben Monate alte Tochter beschützen wollte. Das Kind überlebte. Es wird vermutet, dass der Angriff geplant war und die Täter aus Drogenkartellen stammen, die in der Region aktiv sind.

Acht weitere Kinder konnten fliehen, fünf von ihnen erlitten jedoch Schusswunden und wurden ins Spital gebracht. Die Polizei fand rund um die drei Autos, in denen die Opfer unterwegs waren und die beim Überfall Feuer fingen, über 200 Patronenhülsen. Die Täter sollen die Fahrzeuge angezündet haben.

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Nahe der US-Grenze wurden in Mexiko am Montagabend (4. November 2019) neun Personen bei einem Überfall getötet.

Nahe der US-Grenze wurden in Mexiko am Montagabend (4. November 2019) neun Personen bei einem Überfall getötet.

Reuters/Jose Luis Gonzalez
Die Opfer gehörten einer Mormonen-Gemeinde an, die im Gebiet lebt.

Die Opfer gehörten einer Mormonen-Gemeinde an, die im Gebiet lebt.

Reuters/Jose Luis Gonzalez
Drei Frauen und sechs Kinder, die in drei Fahrzeugen sassen, wurden getötet.

Drei Frauen und sechs Kinder, die in drei Fahrzeugen sassen, wurden getötet.

Reuters/Jose Luis Gonzalez

Eine der toten Mütter war die 33-jährige Rhonita Miller. Sie habe auf der Fahrt einen platten Reifen gehabt und sei mit den anderen umgekehrt, um ein anderes Auto zu holen, erzählt ihre Schwägerin Kendra Miller gegenüber CNN. Kendra erzählt, dass ihr Bruder, während er den platten Reifen an Rhonitas Auto ausgewechselt habe, in der Ferne ein Feuer gesehen, sich dabei jedoch nichts gedacht habe. «Dann sah er die Explosion und ging vorbei. Dort sah er, dass es das Auto meiner Mutter war, voller Einschusslöcher, in Vollbrand.» Einige ihrer Verwandten hätten die Fahrzeuge untersucht. «Alles, was sie fanden, waren verkohlte Überreste, Asche und Knochen», sagt Kendra.

Mehrere Kinder wurden beim Überfall verletzt. Ein 13-jähriger Bub, der unverletzt blieb, sei rund 23 Kilometer gelaufen, um Hilfe zu holen. Zuvor habe er seine verletzten Geschwister im Gebüsch versteckt und sie mit Ästen zugedeckt.

Opfer waren wohl gezielt ausgewählt worden

Laut CNN hatte die Familie bereits in der Vergangenheit Konflikte mit mexikanischen Drogenkartellen. Auch Kendra Miller bestätigt, dass die Opfer nicht die ersten seien. Dass in den drei Autos, die an zwei unterschiedlichen Orten unterwegs waren, alles Mitglieder der gleichen Familie sassen, erhärtet den Verdacht, dass der Angriff den Mormonen galt. Zuvor hatte der mexikanische Sicherheitsminister Alfonso Durazo in einer Pressekonferenz noch die Theorie aufgestellt, dass die Opfer mit anderen Konfliktgruppen aus der Region verwechselt worden waren.

Kendra Miller vermutet jedoch, dass Streitigkeiten um Reiserouten zum Angriff geführt haben könnten. Ihre Familie sei deswegen von Drogenkartellen bedroht worden. Seit 2011 wurde die Gemeinde auch von 90 Bundesbeamten geschützt. In diesem Jahr wurden sie jedoch von der Regierung abgezogen.

Die Polizei hat mittlerweile einen Verdächtigen verhaftet. Er habe in den Hügeln von Agua Priests in Sonora zwei gefesselte und geknebelte Geiseln gehalten und mehrere Gewehre sowie eine grosse Menge Munition bei sich gehabt, berichtet der lokale Sender Imagen Radio. Die Behörden wollten noch keine Details bestätigen.

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