Sühudiumzug Einsiedeln: Alois Gmür wurde wüst beschimpft
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Sühudiumzug EinsiedelnAlois Gmür wurde wüst beschimpft

Die Mitte-Nationalrat Alois Gmür hat unzählige Reaktionen erhalten, weil er den Sühudiumzug in Einsiedeln mitverfolgte und dies auch noch verteidigte. Neben wüsten Beschimpfungen sei er auch zum Rücktritt aufgefordert worden.

von
Daniela Gigor

Darum gehts

  • Nach dem unorganisierten Sühudiumzug in Einsiedeln hat Nationalrat Alois Gmür (Die Mitte) 20 Minuten gesagt, warum auch er den Umzug im Freien verfolgt hat.

  • Anschliessend erhielt er vor allem gehässige Reaktionen aus der ganzen Schweiz.

  • Er sagt, dass er nicht gegen die Corona-Massnahmen des Bundes sei.

  • Allerdings würde er es anders machen und vor allem dort ansetzen, wo sich die Leute tatsächlich anstecken würden.

Einmal mehr ist der Kanton Schwyz in die Schlagzeilen geraten, weil rund 1000 Personen am letzten Montag dicht an dicht gedrängt den sogenannten Sühudiumzug auf der Strasse mitverfolgten. Unter den Zuschauern des unorganisierten Anlasses war auch der Mitte-Nationalrat Alois Gmür, der das Vorgehen sogar noch verteidigte. Wie er am Mittwoch auf Anfrage sagte, hat er in der Folge viele Reaktionen aus der ganzen Schweiz erhalten: «Ich wurde auf allen Kanälen beschimpft und auch zum Rücktritt aufgefordert. Vor allem per E-Mail bin ich als Tubel oder mit noch wüsteren Wörtern bezeichnet worden.»

Er hat aber auch Reaktionen erhalten von Leuten, die ihn an seine Vorbildfunktion erinnerten. Es schrieben auch Leute, die Angst davor haben, dass sich das Virus wegen solchen Aktionen wieder rasant verbreiten könnte und die Spitäler darum wieder überlastet würden. Es gab laut Gmür aber auch Personen, die ihm gratuliert haben und schrieben, «dass endlich ein Politiker ausserhalb der SVP sagt, was Sache ist und öffentlich zu seiner Meinung steht.»

Quellen der Ansteckungen suchen und Massnahmen einleiten

Wegen der Menge an Reaktionen, die er nach dem Interview mit 20 Minuten erhalten habe, sei er gar nicht in der Lage gewesen, alle zu beantworten. Die Reaktionen mit wüsten Beschimpfungen hat Gmür darum gleich in den Papierkorb verschoben. Er zeigt aber Verständnis für diese Reaktionen: «Ich weiss, dass das Thema Corona die Gesellschaft spaltet. Die einen sind übervorsichtig und die anderen sehen weniger Gefahren.» Einmal mehr bekräftigt der Nationalrat auch, dass er wieder im Freien vor seiner Brauerei stehen würde, um dem Geschehen auf der Strasse zuzuschauen.

Gmür sagt, dass er ein Befürworter der Massnahmen ist, die der Bundesrat verordnet hat: «Jetzt ist es aber nötig, dass die Regierung aufzeigt, wie die Schweiz den Ausstieg plant, weil die Leute genug davon haben und ihre Lebensqualität eingeschränkt wird.» Würde Gmür auf einem der Stühle des Bundesrats sitzen, würde er als erstes der Frage nachgehen, wo genau die Ansteckungen stattfinden. «Wenn dies bekannt wäre, dann könnten entsprechende Massnahmen getroffen werden, ohne den unbeteiligten Zweigen der Wirtschaft noch mehr zu schaden.»

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