Aktualisiert 17.09.2007 14:06

Alonso - Hamilton: Der Streit eskaliert

Die beiden werden wohl nie Freunde: WM-Leader Lewis Hamilton hat nach dem GP von Belgien seinen Teamkollegen und zweifachen Weltmeister Fernando Alonso harsch kritisiert. Das nächste Kapitel in der McLaren-Soap-Opera 2007.

Die McLaren-Welt schien nach dem GP von Ungarn wieder im Lot zu sein - zumindest unter den Piloten: Fernando Alonso und Lewis Hamilton versöhnten sich und gaben sich in der Folge alle Mühe, sich irgendwie als Teamkollegen zu respektieren. Nach dem GP von Belgien vom Sonntag sind die alten Wunden nun aber wieder mehr als aufgerissen. Grund: Nach dem Start, bei dem beide in etwa gleich gut wegkamen, drückte Alonso seinen Teamkollegen in der La-Source-Kurve völlig unbedrängt nach aussen. «Fernando beschwert sich immer über andere, die unfair sind, aber er hat mich eindeutig absichtlich rausgedrückt», schimpfte WM-Leader Hamilton nach Rennschluss nicht ganz zu Unrecht. Alle anderen Autos waren in der Lage, eine wesentlich engere Linie zu fahren. Dazu zeigen TV-Bilder, dass Alonso die Lenkung leicht aufmacht, als er Hamilton neben sich sieht.

«Kein Vorbild»

Nachdem die beiden McLaren-Piloten ihren Zoff bisher grösstenteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit austrugen, scheint dieses «Gentleman's Agreement» nun gestorben. «Für einen jungen Fahrer wie mich, der zu einem Doppelweltmeister aufschaut, hat er seine Vorbildfunktion nicht erfüllt», ereiferte sich Hamilton vor laufenden TV-Kameras, «wir kamen am Start gleich weg, ich vielleicht ein bisschen besser. Ich bremste ziemlich spät und war aussen, nahe am Ferrari dran, begann zu beschleunigen. Und auf einmal schwenkte Fernando zu mir rüber! Er wusste, dass ich da war. Derjenige, der aussen ist, kriegt die Kurve nicht immer, aber es war genug Platz für uns beide, um fair und sauber herumzukommen. Es war Absicht, das konnte ich sehen.» Auf die Frage, ob es ein faires oder ein normales Rennmanöver gewesen sei, antwortete er nur: «Nein.» Alonso selbst wollte den Vorfall nicht kommentieren.

«Hätte man auch anders machen können»

Mercedes-Chef Norbert Haug gab seinem jungen Briten indirekt recht, wollte sich aber nicht zu stark festlegen: «Das hätte man auch anders machen können. Aber ich bilde mir so schnell kein Urteil, möchte mir erst das Replay mehrere Male anschauen.» McLaren-Chef Ron Dennis wollte den La-Source-Zwischenfall ebenfalls nicht überbewerten: «Sie sind halt Rennfahrer! Sie haben nichts gemacht, was zu aggressiv wäre.» Allerdings gab er zu, dass die Atmosphäre zwischen seinen beiden Titelanwärtern schon «ein bisschen unterkühlt» sei. Für Dennis, abgehärtet aus jahrzehntelanger Formel-1-Erfahrung, kein Problem: «Na und? Manchmal kommt das einfach mit dem Ehrgeiz. Ich habe das früher schon erlebt und ich werde es auch diesmal wieder überleben.»

(mat)

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