03.11.2014 17:40

Ferrari-WechselAlonsos Poker strapaziert Vettels Nerven

Sebastian Vettel fährt ab 2015 für Ferrari, darf dies aber nicht öffentlich machen. Das liegt an Fernando Alonso, der mit der Scuderia noch eine Rechnung offen hat.

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Seinen Unmut über die aktuelle Situation tat Sebastian Vettel zuletzt in Austin kund. Wegen eines Motorenwechsels wurde dem Weltmeister eine Rückversetzung um zehn Startplätze aufgebrummt. Vettel zog den Start aus der Boxengasse vor. Zwar kämpfte er sich zügig durch das hintere Fahrerfeld, blieb dann aber im Mittelfeld stecken und beschwerte sich via Funk über mangelnden Speed. Am Ende resultierte Rang 7, während Teamkollege Daniel Ricciardo als Dritter vom Podium strahlte.

Der vierfache Weltmeister sehnt einen Tapetenwechsel herbei. Zumindest hinter den Kulissen wurde dieser vollzogen, noch ist Vettels Wechsel zu Ferrari aber nicht spruchreif. Verantwortlich dafür ist Fernando Alonso. Sein Abgang ist beschlossene Sache, doch der Spanier hat es in der Hand, wann er es öffentlich macht. So soll es vertraglich abgemacht worden sein. Während Vettel die ständigen Fragen nach seiner Zukunft satt hat, scheint Alonso keine Eile zu haben.

Alonso: Zwei Gründe

Warum es so lange dauert, hat zwei Gründe: Alonso hat einen Vertrag bis 2016 und verlangt von der Scuderia Gerüchten zufolge eine Abfindung von 50 Millionen Euro. Er ist offenbar in seinem Stolz verletzt, weil die Italiener mit Vettel einen langjährigen Konkurrenten an Bord holen.

Ebenfalls heiss diskutiert wird das Szenario, dass sich der Rennstall weigert, die horrende Summe zu bezahlen. Dann soll der 33-Jährige gar in Erwägung ziehen zu bleiben. Obwohl Ferrari das Geld lieber in die Entwicklung des neuen Autos stecken würde, leistet sich der Rennstall wohl eher die geforderte Abfindung als zwei Alphatiere, die sich um die Vormachtstellung im Team streiten.

Red Bull «verhindert» Tests mit Ferrari

Spielchen treibt nicht nur Alonso. Red Bull wird nicht müde zu betonen, dass man in Ricciardo einen würdigen Nachfolger als Nummer 1 gefunden hat. Zudem werden Vettel seit Suzuka, seit sein Abgang offiziell ist, Einblicke in die Entwicklung des neuen Autos verwehrt. Das ist Teil des Geschäfts und dürfte den 27-Jährigen kalt lassen.

Was seine Stimmung hingegen zusätzlich verschlechtert, ist eine Aussage von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz von Mitte Oktober, seinem ältesten und vielleicht wichtigsten Förderer. 1998 nahm der österreichische Getränkegigant Vettel in sein Förderprogramm auf. Mateschitz denkt nicht daran, seinem Titelsammler vergangener Jahre einen vorzeitigen Abgang zu ermöglichen: «Fünf Tage nach der Saison ist er frei.»

Das ist ein weiterer Dämpfer für den Deutschen. Denn die ersten Testläufe für die neue Saison finden im Anschluss an die letzten Rennen in Abu Dhabi statt. So wird Vettel erstmals im Februar im Ferrari testen können. Ob der Deutsche den Bullen bei den Tests im Wüstenstaat helfen kann und will, ist mehr als fraglich.

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