Schwerverkehr : Alpen-Initiative «feiert» Silvester 2011

Aktualisiert

Schwerverkehr Alpen-Initiative «feiert» Silvester 2011

Maximal eine Million Lastwagen dürften gemäss Güterverkehrsgesetz in diesem Jahr die Schweizer Alpen durchqueren - diese Zahl wird schon in diesen Tagen erreicht. Die Alpen-Initiative feiert deshalb bereits Silvester, obwohl es ihr nicht ums Feiern ist.

Mit Champagner und Tischbomben beging die Alpen-Initiative am Freitag - in Erstfeld UR, Chiasso TI, Unterrealta GR und am Simplon VS - den vorgezogenen Silvester. Damit will sie darauf hinweisen, dass Bundesrat und Parlament den Volkswillen, den Güterverkehr auf die Strasse zu verlagern, nicht beachten und das Gesetz nicht einhalten.

Das Güterverkehrsverlagerungs-Gesetz schreibt nämlich als Zwischenziel für 2011 maximal eine Million Lastwagen vor. Diese Zahl werde aber weit überschritten, hält die Alpen-Initiative fest. Man habe es versäumt, effiziente Massnahmen wie beispielsweise eine Alpentransitbörse zu beschliessen.

«Politik ist das Problem»

«Nachdem das Jahreskontingent für 2011 ausgeschöpft ist, dürften eigentlich jetzt keine weiteren Lastwagen mehr über unsere Alpenpässe rollen», sagte Thomas Burgener, ehemaliger Walliser Staatsrat und Vorstandsmitglied der Alpen-Initiative.

«Das Problem ist die Politik, nicht die Schienenkapazität», erklärte Alf Arnold, Geschäftsführer der Alpen-Initiative. Auf der Schiene sei genug Platz, um den Mehrverkehr an Güterzügen aufzunehmen. Das habe selbst der Bundesrat bestätigt. Das Parlament behaupte aber ständig das Gegenteil.

Mit der Alpentransitbörse könnte die Zahl der Transitlastwagen nach Ansicht der Alpen-Initiative halbiert, die Sicherheit auf den Autobahnen erhöht und die Lebensqualität entlang der Transitachsen verbessert werden.

Verlagerungsbericht kommt demnächst

Gemäss UVEK haben im ersten Halbjahr 647'000 schwere Lastwagen die Schweizer Alpen durchquert; 4,3 Prozent mehr als in der gleichen Periode 2010. Weitaus am meisten (481'000) fuhren über die Gotthardachse - gegenüber 98'000 am San Bernardino, 39'000 am Simplon und 29'000 am Grossen St. Bernhard.

Das Bundesamt für Verkehr verweist auf den Verlagerungsbericht, der zurzeit erarbeitet wird. Laut Mediensprecherin Florence Pictet wird er Ende 2011 oder Anfang 2012 vorliegen und mögliche Massnahmen zur Erreichung des Verlagerungsziels wie beispielsweise die Alpentransitbörse enthalten. Detailliertere Angaben zum Bericht können aber im heutigen Zeitpunkt nicht gemacht werden.

Der ehemalige UVEK-Vorsteher Moritz Leuenberger hatte sich für die Alpentransitbörse starkgemacht. Er betonte aber, dass diese nur in Zusammenarbeit mit der EU eingeführt werden könne. Nach den ursprünglichen Plänen sollen nach Eröffnung des Gotthardbasistunnels ab 2019 nur noch 650'000 Lastwagen die Alpen in der Schweiz überqueren.

(sda)

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