Aktualisiert 16.12.2013 13:46

Höhenbonus

Alpen-Windparks werden rentabel subventioniert

Windräder, die 1700 Meter über Meer und höher zu stehen kommen, erhalten ab 1. Januar mehr Subventionen. Der Bundesrat möchte mit diesem Höhenbonus Windenergie in den Alpen fördern.

von
pwe
Windräder gibt es trotz Alpenschutz auch in den Bergen, so wie dieses im Wallis auf über 2400 Metern über Meer.

Windräder gibt es trotz Alpenschutz auch in den Bergen, so wie dieses im Wallis auf über 2400 Metern über Meer.

Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) plant mit dem auf Windkraft spezialisierten Unternehmen Altaventa einen riesigen Windpark in der Surselva auf Höhen zwischen 2000 und 2500 Metern über Meer. Dieses Projekt soll dereinst bis zu 170 Gigawattstunden Strom pro Jahr liefern – genug für 28'000 Haushalte. Das Problem: Die Luft ist dünner und bietet somit weniger Antrieb und der Wind bläst unregelmässiger als im Flachland. Zusammen mit den höheren Kosten im Unterhalt wird so die Schwelle zur Rendite für solche Projekte trotz Subventionen höher gesetzt. Wie der «Tages-Anzeiger» in seiner heutigen Ausgabe schreibt, sollen solche Höhen-Windparks ab nächstem Jahr mit einem Höhen-Bonus zusätzlich subventioniert werden.

Beim EWZ räumt man auch ein, dass die Messungen bis jetzt nicht die erhofften Ergebnisse zeigen. «Punkto Wirtschaftlichkeit sind wir noch nicht auf der sicheren Seite», sagt Mediensprecher Harry Graf. Der Höhenbonus sei für das EWZ ein «willkommener Beitrag», der die Realisierungschancen des Projekts erhöhe, alleine reiche er aber nicht aus, sondern sei ein «zusätzliches Entscheidungselement».

Schädlicher Subventionsanreiz

Konkret macht der vom Bundesrat beschlossene Höhenbonus maximal 2,5 Rappen pro Kilowattstunde Windstrom aus – zusätzlich zu den 21,5 Rappen, mit denen Windenergie grundsätzlich subventioniert wird. Finanziert wird er ebenfalls über die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV). Insgesamt werden vom 220 Millionen Franken schweren KEV-Topf etwa 6,5 Millionen für Windenergie ausgegeben. Der grösste Teil fliesst in die Solarenergie.

Kritik löst der Bonus bei Umweltverbänden aus. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) spricht von einem schädlichen Subventionsanreiz, der dazu verleite, die letzten Naturräume zu verschandeln. Die SL erinnert den Bundesrat daran, dass die Schweiz die Alpenkonvention unterzeichnet habe und damit die Alpen in ihrer Ursprünglichkeit schützen müsse, schreibt der «Tages-Anzeiger». Österreich und Südtirol würden gemäss der SL gänzlich auf Windparks in den Bergen verzichten.

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