Aktualisiert 20.10.2006 17:49

Alpenländer wollen Transitbörse

Die Schweiz und fünf weitere Alpenländer wollen die Idee einer Alpentransitbörse für den Güterverkehr auf der Strasse vorantreiben.

Sie haben eine Studie in Auftrag gegeben, welche die Möglichkeiten eines solchen Regulierungssystems aufzeigen soll. Die Strafen für fehlbare Transporteure sollen harmonisiert werden.

Wie das Verkehrs- und Umweltdepartement (UVEK) am Freitag nach einem Treffen der Verkehrsminister der sechs Alpenländer in Lyon in Frankreich mitteilte, soll mit der Schaffung einer Transitbörse der Güterverkehr besser auf die einzelnen Transitachsen verteilt werden. Damit würde der Lastwagenverkehr nicht nur flüssiger und sicherer, sondern die Anwohner hätten auch weniger unter Lärm und Abgasen zu leiden. Die EU, die am Treffen mit Verkehrskommissar Jacques Barrot vertreten war, begrüsste die Ausarbeitung der Studie und will diese auch finanziell mittragen.

Bundespräsident Moritz Leuenberger wies nach dem Treffen auf die zunehmend erschöpften Kapazitäten für den Transitverkehr auf der Strasse hin. Eine Regulierung mit Hilfe von handelbaren Zertifikaten wäre deshalb ein sinnvolles Instrument der Steuerung, das im Übrigen auch schon in anderen Bereichen - etwa bei der Zuteilung von Stromdurchgangsrechten im Elektrizitätsbereich - mit Erfolg angewandet werde.

Neben der Einigung auf eine neue Studie zu den Erfolgsaussichten einer Transitbörse für den Güterverkehr auf der Strasse vereinbarten die Minister auch weitere Verbesserungen beim Krisenmanagement sowie eine Harmonisierung der Strafen gegen fehlbare Strassentransporteure und weitere Kooperationen bei der Nutzung der Kapazitäten der Bahn. Ereignisse wie der Unfall im Viamala-Tunnel der San-Bernardino-Route von Mitte September oder auch der Felssturz bei Gurtnellen oberhalb der Gotthardroute hätten gezeigt, dass eine gute Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg von grossem Nutzen sein könne. Mit Blick auf die Harmonisierung der Strafen für Übertretungen im Güterverkehr auf der Strasse plädierte Leuenberger dafür, statt der Chauffeure vermehrt auch die Transporteure mit der Androhung von Lizenzentzügen ins Visier zu nehmen. (dapd)

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