Aktualisiert 11.10.2005 19:55

Alphornblasen: Aus Jux wurde Renner

Lange verpönt und verschmäht, erlebt das Alphorn ein Revival. Alphornkurse sind gefragt – auch bei Jungen.

«Das Alphorn ist wieder im Trend», freut sich Fabian Niklaus, Kurskoordinator der Swiss Alphorn Academy in Sörenberg. «Unsere Kurse werden immer beliebter und sprechen längst nicht mehr nur Pensionierte und Touristen an.»

Was vor zwölf Jahren als Jux für Besucher aus Japan startete, ist heute der Renner unter Deutschen, Holländern und Schweizern. Rund 22 Personen sind für den laufenden Wochenkurs ins Entlebuch gereist – Gerrig Rozendom gar 800 Kilometer weit. «Ich habe meine ganze Familie mit dem Alphornfieber angesteckt», sagt der 53-jährige Holländer und weiss schon heute: «Nächstes Jahr bin ich wieder dabei.»

Auch der Eidgenössische Jodlerverband zählt immer mehr Alphornbläser. «Fast 1800 sind es zurzeit», weiss Thomas Juchli, Vorsitzender der Fachkommission Alphornblasen. Michelle Kranz (31) von Luzern Tourismus ist zwar alles andere als ein Volksmusik-Fan, dem urchigen Instrument ist aber auch sie verfallen.

Heute Abend gibt sie ihr Können in der fünften Lektion bei Alphornbauer Josef Stocker in Kriens zum Besten. «Es gibt sicher grössere Talente als mich», meint Kranz lachend, «aber Alphornblasen macht riesig Spass.»

Eva Wirth

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