26.06.2020 15:20

Openair St. Gallen

«Als das Festival abgesagt wurde, waren wir traurig»

Das Openair St. Gallen wurde auf 2021 verschoben. Landwirt und Anwohner Max Gmür zeigt sich sichtlich traurig darüber. Openair-Fans lassen sich die Laune nicht verderben und wollen dieses Wochenende trotzdem Party machen. Die Polizei hat mehr Kontrollen angekündigt.

von
Gamze Ibis

Darum gehts

  • Das Openair St. Gallen fällt dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie aus.
  • Max Gmür, Pächter des Grundstücks, ist traurig, freut sich aber bereits jetzt auf das kommende Festival.
  • In den sozialen Medien wurde verbreitet, dass dieses Wochenende Party im Sittertobel gemacht wird.
  • Die Stadtpolizei St. Gallen weist auf das Versammlungs- und Campingverbot auf dem Privatgrundstück hin.
  • Das ganze Wochenende lang werden Polizisten vor Ort patrouillieren.

«Ich bin ein richtiger Openair-St.-Gallen-Fan», sagt Landwirt Max Gmür. Er ist seit 25 Jahren der Pächter des Geländes im Sittertobel, wo einmal im Jahr das Openair St. Gallen stattfindet. Doch dieses Jahr wurde das Festival zum ersten Mal seit 44 Jahren abgesagt. Passend zu «Schlammgallen» hat es am Morgen auch in Strömen geregnet und gedonnert. «Man hat die Absage des Openairs St. Gallen aufgrund des Lockdown bereits ein wenig kommen sehen. Als sie endgültig eintraf, waren wir trotzdem traurig», sagt Gmür am Freitag zu 20 Minuten.

Normalerweise würde der Biobauer jetzt mit seiner Familie die eigene Openair-Bar führen. Doch anstatt das Festivalleben zu geniessen, geht Gmür seiner alltäglichen Tätigkeit nach. «Ich melke meine Kühe, und am Abend kommen dann Freunde zu mir. Dann wird das nächste Openair besprochen.»

Du vermisst das Openair ebenfalls? Hier ein Rückblick auf die Ausgabe 2019:

Bedrückte Stimmung

Sein persönliches Openair-Highlight beschreibt der Pächter wie folgt: «Am Abend ist es dunkel, man hört die super Musik und sieht die Lichter. Da wird eine Aura erzeugt, das ist mega. Man muss es einfach spüren.» Er freue sich bereits riesig auf das nächstjährige Openair, auch wenn die jetzige Leere seiner Stimmung einen Dämpfer verpasse.

Doch pilgern eingefleischte Fans nicht trotz Absage ins Sittertobel? «Selten kommen Nostalgiker vorbei. Doch dass jetzt irgendjemand campen will, ist nicht der Fall», sagt Gmür. Zudem gilt: Das Campieren im Sittertobel und Organisieren von Veranstaltungen ist verboten. Einzig die Openair-Veranstalter erhalten eine Bewilligung für die Durchführung des Festivals. Bloss Spazieren auf den öffentlichen Wegen und Grillieren an den Grillplätzen ist erlaubt.

Polizei patrouilliert

Doch dies scheint einigen Festivalbegeisterten egal zu sein. Auf Social Media wurde zu Partys auf dem Gelände aufgerufen. Deswegen patrouillieren nun mehrere St. Galler Stadtpolizisten für vier Tage auf dem Gelände. Auf Anfrage bei der Stadtpolizei betätigt Mediensprecher Dionys Widmer: «Wir sind durch verschiedene Quellen darauf aufmerksam geworden, dass gewisse Leute vorhaben, im Sittertobel Party zu machen und zu campen.» Da viele Fans wahrscheinlich gar nicht wüssten, dass im Tobel ein Verbot herrscht, versuche die Stadtpolizei mit Beiträgen auf verschiedenen Plattformen darauf aufmerksam zu machen.

Seit Donnerstag herrscht auf dem Gelände eine erhöhte Polizeipräsenz. «Bis jetzt haben wir noch keine Partygänger angetroffen.» Ob sich dies bei besserem Wetter und am Feierabend ändert, kann Widmer schwer einschätzen. «An den verschiedenen Eingängen werden Polizisten des Zivilschutzes stehen, um potenzielle Camper vorzeitig über die Regeln zu informieren», so der Sprecher.

Die Stadtpolizei werde das ganze Wochenende lang zu gewissen Zeit ständig vor Ort sein und sonst sporadisch Patrouillen losschicken. Heisst, die Polizei ist regelmässig im Sittertobel anzutreffen. «Falls jemand kommt, werden wir im ersten Schritt alle im Dialog informieren.» Wenn es Partygänger geben würde, die strikt Widerstand leisten, könne dies bis zu einer Anzeige führen.

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31 Kommentare
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Sparer

27.06.2020, 07:19

Sparen und dann hast Du Geld für die nächste Zeit

Lisa

27.06.2020, 04:18

Ich habe morgentlichen Harndrang

Dänu

26.06.2020, 18:57

Klar hat ihn das geschmerzt... aber nicht wegen dem Openair sondern dem Geld das er für die Miete des Land nicht einnimmt...