Mit dem Maserati 3200 GT war der Granturismo plötzlich rundlich
Für Furore sorgte der Maserati 3200 GT mit Leuchteinheiten in Form eines Bumerangs.

Für Furore sorgte der Maserati 3200 GT mit Leuchteinheiten in Form eines Bumerangs.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com
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Maserati 3200 GTAls der Granturismo plötzlich rundlich wurde

Mit dem 1998 vorgestellten Maserati 3200 GT beschritt der Sportwagenhersteller aus Modena stilistisch Neuland und legte damit eine gesunde Basis für die nächsten Jahrzehnte.

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Bruno von Rotz

Die 80er- und 90er-Jahre hatten bei Maserati dem Biturbo und dessen Derivaten gehört. Doch Ende der 90er wagte die Modeneser Sportwagenfirma einen Neuanfang. Im Juli 1998 wurde der Maserati 3200 GT angekündigt, die öffentliche Premiere erfolgte auf dem Pariser Autosalon im Oktober 1998, nachdem der Presse bereits im September erste Fahrversuche gestattet worden waren.

Innovation anstatt Tradition beim Design

Während vor allem Marcello Gandini bei den Maserati-Modellen der 80er und 90er als Designer zum Zuge gekommen war, schwang Giorgetto Giugiaro (ItalDesign) beim 3200 GT den Zeichenstift. Er verzichtete dabei praktisch auf jegliche Zitate früherer Modelle und schuf eine rundliche und gefällige Coupé-Linie.

Aufsehenerregend waren aber vor allem die Heckgestaltung mit neuartigen Leuchteinheiten in der Form eines Bumerangs. Es war dies die erstmalige Verwendung von LED-Rückleuchten im Serienautobau.
Die Front zeigte einen flachen Kühlergrill und zwei glasverschaltete Scheinwerfer-Einheiten.

Auf nur 4,51 Metern Länge, 1,82 Metern Breite und 1,305 Metern Höhe realisierte der italienische Designer ein Coupé-Raumwunder, das den Transport von vier Erwachsenen ermöglichte, also deutlich mehr Platz bot als Konkurrenten wie der Porsche 996, der Aston Martin DB7 oder der Jaguar XKR.

Kein anderes Auto hatte Heckleuchten wie der Maserati 3200 GT.

Kein anderes Auto hatte Heckleuchten wie der Maserati 3200 GT.

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Über zwanzig Jahre alt, wirkt aber immer noch modern und fährt sich auch so.

Über zwanzig Jahre alt, wirkt aber immer noch modern und fährt sich auch so.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com
Rundliche Formen dominieren.

Rundliche Formen dominieren.

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Kontinuität bei der Technik

Während das Design des Maserati 3200 GT grundlegend neu war, konnte man bei der Technik auf Lösungsansätze der Vorgängermodelle, insbesondere des Shamal zurückgreifen. Motor und Getriebe waren damit als Basis bereits vorhanden, auch bei den Aufhängungskonstruktionen kam man auf ähnliche Lösungen.

So verfügte der 3200 GT über Doppelquerlenker für die Einzelradaufhängungen an allen vier Rädern, eine mit 2,5 Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag ziemlich direkt untersetzte Zahnstangenlenkung mit Servounterstützung, innenbelüftete Scheibenbremen vorne und hinten, sowie auf 18 Zoll angewachsene Alufelgen mit 235/40 ZR 18 und 265/35 ZR 18 Reifen.

Der Maserati 3200 GT war die letzte Neukonstruktion aus Modena, die den im eigenen Hause entwickelten V8-Motor mit zwei Turboladern nutzte.
Dieser Motor entstand bekanntlich für den 1989 vorgestellten Maserati Shamal und hatte einen Gabelwinkel von 90 Grad, eine vibrationstechnisch optimale Auslegung für einen Achtzylinder.

Ein echter Granturismo

Dass man sich in einen Maserati setzt, wird einem schnell klar, im Innern des 3200 GT finden sich gleich eine Vielzahl der Dreizack-Markenzeichen auf Instrumenten, der Pedalerie oder eingeprägt in der Kopfstütze.

Das Einsteigen geht allerdings, auch dank der Höhe von über 1,3 Metern, leicht vonstatten und im Innern fühlt man sich dank der wertigen Materialien (viel Leder, Alcantara am Himmel) sofort wohl. Das Lenkrad ist zweifach verstellbar, die Sitze gehorchen einer Vielzahl von Elektromotoren, so lässt sich schnell eine passende Sitzposition finden.

Nach dem Start per Zündschlüssel setzt sich der V8-Motor sofort dominierend, aber kaum störend in Szene. Das Getriebe schaltet sich exakt, der Vortrieb ist auch über 20 Jahre nach dem Bau des Wagens noch immer beeindruckend. Eine Turboverzögerung ist kaum zu spüren und der Schub hört in keinem Gang auf. Auf der Strasse fühlt sich der Wagen handlich und gut beherrschbar an. Freude am Fahren, auf italienisch! Abgelöst wurde der 3200 GT dann durch das Maserati Coupé und den Spyder ohne Turbolader im Jahr 2001.

Weitere Informationen und viele Bilder gibt es auf www.zwischengas.com zu sehen.

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