Aktualisiert 15.08.2013 08:15

In UtzenstorfAls eine B-17 auf ein Berner Feld krachte

Notlandung auf dem Kartoffelacker: Zehn Soldaten der US-Army brachten sich vor 70 Jahren mit ihrer «Flying Fortress» vor den Nazis in Sicherheit

von
Christoph Albrecht

In Utzenstorf war der Zweite Weltkrieg plötzlich ganz nahe: Die Bauern trauten ihren Augen nicht, als am 17. August 1943 eine B-17 zur Bruchlandung ansetzte und aus der «Flying Fortress» zehn US-Soldaten kletterten.

Die Besatzung hatte wie 376 andere US-Bomber an diesem Tag den Auftrag, Regensburg und Schweinfurt anzugreifen. Über Nazi-Deutschland gerieten sie allerdings selber unter Beschuss. Der geplante «Double Strike» ging als eine der verlustreichsten Operationen der US-Luftwaffe in die Geschichte ein.

Einheimischer schafft Museum

Dem Piloten Stephen P. Rapport gelang es jedoch, seine durchlöcherte Maschine auf der Höhe des Bodensees abzudrehen – um sie schliesslich in Utzenstorf notzulanden: «Nur der Heckschütze hatte einen Armdurchschuss, sonst blieben alle Besatzungsmitglieder unverletzt», weiss der Utzenstorfer Bomber-Experte Rolf Zaugg. Der 45-Jährige sammelt Uniformen, Absturzfragmente und Fotos aus der Zeit der ­Bomber-Notlandung und stellt diese in seinem Privatmuseum aus.

Er steht auch in Kontakt mit den Nachkommen der Kriegsveteranen und führt ­diese zur Absturzstelle, wenn sie den geschichtsträchtigen Ort besuchen. «Die Geschehnisse von damals sind in der Region auch heute noch präsent.» Umso wichtiger sei es für ihn, dass die wundersame Notlandung nicht in Vergessenheit gerate: «Ich erhalte die Geschichte am Leben.»

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