Rückkehr des Prostituierten-Mörders: Als Erstes trank er mit einem Mithäftling Kaffee
Aktualisiert

Rückkehr des Prostituierten-MördersAls Erstes trank er mit einem Mithäftling Kaffee

Seit seiner freiwilligen Rückkehr sitzt der entflohene Prostituierten-Mörder in der Haftanstalt Champ-Dollon. Er wird nicht mehr in die Halbgefangenschaft zurückkehren können.

von
lüs
Eingang von La Pâquerette des Champs: Dorthin kehrte der Flüchtige am späten Donnerstagabend freiwillig zurück.

Eingang von La Pâquerette des Champs: Dorthin kehrte der Flüchtige am späten Donnerstagabend freiwillig zurück.

Der Prostituierten-Mörder, der am Sonntagabend nicht mehr aus dem Urlaub zurückgekehrt war, kehrte am späten Donnerstagabend zurück: Er erschien gegen 23 Uhr in der La Pâquerette des Champs, der Institution für Halbgefangene, in der er vor seiner Flucht untergebracht war, wie sein Anwalt Vincent Spira der «Tribune de Genève» berichtet: «Zuerst trank er dort mit einem Mithäftling einen Kaffee. Dann wurde die Direktion informiert, und die Polizei kam ihn holen.»

Der Mann wurde daraufhin kurz befragt und ins geschlossene Gefängnis Champ-Dollon gebracht. Wo er sich während seiner viertägigen Flucht aufgehalten hat, gaben die Genfer Behörden nicht bekannt. Auch sein Anwalt hat darüber noch keine Informationen. Offenbar hat der Flüchtige sich während der vier Tage in Freiheit aber nichts zuschulden kommen lassen.

Er darf nicht mehr in Halbgefangenschaft

Pierre Maudet, Vorsteher des Genfer Sicherheitsdepartements, sagte am Freitag: «Der Mann hat unser Vertrauen missbraucht und wird nicht in die Halbgefangenschaft zurückkehren können.» Er wird aber auch künftig die Möglichkeit haben, einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung zu stellen.

Ein erstes Entlassungsgesuch des Mannes war Ende März abgelehnt worden. Der zu 15 Jahren Freiheitsstrafe verurteilte Mörder hat bereits 10 Jahre hinter Gittern verbracht und gilt laut seinen Psychiatern als nicht mehr gefährlich.

110-mal auf Transsexuelle eingestochen

Am 10. Januar 2004 hatte der damals 29-jährige Franzose im Genfer Rotlichtviertel eine 49-jährige transsexuelle Prostituierte umgebracht – im Drogenrausch fügte er ihr mit einer Ahle 110 Stiche zu.

Vor seiner Flucht hatte der Mann in einem Brief an seine Mutter geschrieben, er habe «die Schnauze voll» und spüre das dringende Bedürfnis, ein paar Tage in Freiheit zu verbringen. Danach werde er sich stellen.

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