25.10.2015 08:59

AusgewildertAls es über Idaho Biber regnete

Kuriose Umsiedlung: In den 50er-Jahren warfen Wildhüter in den USA Biber an Fallschirmen über einem Fluss ab. Historisches Filmmaterial zeugt von dem geglückten Experiment.

von
mlr

Der Film über die Biber am Fallschirm wurde von der örtlichen Behörde für Fisch und Wild sowie der Gesellschaft für Geschichte in Idaho auf Youtube gestellt. (Quelle: Idaho Fish and Game Commission/Youtube)

Eine Überpopulation von Bibern in bestimmten Regionen Idahos brachte die Behörden vor mehr als 50 Jahren auf eine skurrile Idee: Die Nager und andere ihrer pelzigen Artgenossen wurden in spezielle Reiseboxen gesteckt, an Fallschirme montiert und von einem Flugzeug über einem Fluss abgeworfen.

Doch für Tierliebhaber besteht kein Grund zur Sorge: Alle Biber haben ihr luftiges Abenteuer wohl unbeschadet überstanden. Dies geht aus Filmmaterial hervor, das seit 1950 als verschollen galt, aber nun veröffentlicht wurde, wie der Radiosender Boise State Public am Donnerstag berichtete.

Eine besondere Herausforderung bei dem Unterfangen war die Konstruktion der Reiseboxen, aus denen sich die Biber nach der Landung selbst befreien mussten. Wie «NZZ Folio» schreibt, war die Lösung schliesslich ein Käfig aus zwei an der Seite geöffneten Kisten, die an zwei Seilen hingen und durch ihr Gewicht zusammengehalten wurden. Am Boden lockerten sich die Seile um die Kisten und der Käfig öffnete sich wie eine Muschel.

«Es schien ganz gut zu klappen»

Die auf Fische und Jagdwild spezialisierte Historikerin Sharon Clark war kürzlich auf das fragile Material gestossen, dem ein falsches Etikett verpasst und das obendrein im falschen Ordner verstaut worden war. Nun wurde der Film digitalisiert und von der örtlichen Behörde für Fisch und Wild sowie der Gesellschaft für Geschichte in Idaho auf die Internetplattform Youtube gestellt.

Auch heute noch werden Biber gefangen und in andere Gegenden gebracht – wenn auch auf weniger dramatische Art als damals. «Seit mehr als 50 Jahren haben wir keine Abwürfe aus Flugzeugen mehr, aber es schien damals ganz gut zu klappen, sie in abgelegenen Orten wieder anzusiedeln», sagte Behördenvertreter Steve Nadeu. Seine Behörde verlegt Biber inzwischen in die Owyhee-Wüste in der südwestlichen Ecke von Idaho. Dadurch soll sich die dort über Jahre durch Wasserentzug gebeutelte Vegetation erholen.

(mlr/sda)

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