09.11.2020 21:08

Bei Regel-VerstössenAls Ex-Präsident droht Donald Trump die sofortige Sperrung auf Twitter

Ab dem 20. Januar 2021 verliert Donald Trump seine Präsidenten-Privilegien auf Twitter. Das könnte im Falle eines Regel-Verstosses die sofortige Löschung seines Kontos bedeuten.

von
Lucas Orellano
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Donald Trump ist kein Fan von Pressekonferenzen.

Donald Trump ist kein Fan von Pressekonferenzen.

Reuters
Lieber wendet er sich via Twitter an die US-Bevölkerung.

Lieber wendet er sich via Twitter an die US-Bevölkerung.

Reuters
Doch Twitter versah in letzten Zeit viele Tweets von Trump mit Warnhinweisen.

Doch Twitter versah in letzten Zeit viele Tweets von Trump mit Warnhinweisen.

Reuters

Darum gehts

  • Donald Trump twittert für sein Leben gern und kündigt auch wichtige Entscheide gerne über Twitter an.

  • Das Verhältnis zum Kurznachrichtendienst ist allerdings schon länger angespannt.

  • Diverse seiner Tweets wurden in letzter Zeit mit einem Warnhinweis versehen.

  • Bricht Trump nach seiner Amtsperiode als Präsident weiter die Regeln, droht ihm die Löschung.

Donald Trump ist kein Fan von Traditionen und herkömmlichen Herangehensweisen. Pressekonferenzen waren in seinen vier Amtsjahren als US-Präsident eine Seltenheit. Lieber benutzt der 74-Jährige Twitter als direkten Weg, um mit der Bevölkerung zu kommunizieren. Seine Reichweite ist riesig, Trump folgen auf der Kurznachrichten-Plattform knapp 89 Millionen Menschen. Damit hat er weltweit am sechstmeisten Twitter-Follower.

Hassliebe von Donald Trump zu Twitter

Doch das Verhältnis von Donald Trump zu Twitter ist angespannt. Der Noch-US-Präsident gilt nicht als Freund von Twitter-CEO Jack Dorsey, den er in der Vergangenheit oft kritisierte. Twitter dagegen hat in den letzten Monaten die Aktivitäten Trumps immer wieder eingeschränkt. Im Mai hatte der US-Präsident beispielsweise getwittert: «Wenn das Plündern losgeht, geht auch das Schiessen los», was der Kurznachrichtendienst als Aufruf zur Gewalt gewertet hatte.

Seitdem Donald Trump den Ausgang der US-Wahlen heftig bestreitet, hat Twitter fast alle seiner Tweets mit Warnhinweisen versehen. «Diese Behauptung zu Wahlbetrug ist umstritten», heisst es unter diversen Nachrichten, in denen Trump den Demokraten vorwirft, die Wahl illegal beeinflusst zu haben. Oder «Informieren Sie sich hier, wie sicher die Briefwahl ist».

Bald keine Privilegien mehr

Solange Trump US-Präsident ist, geniesst er spezielle Privilegien, die Twitter für Staatsoberhäupter hat. Dies, weil von öffentlichem Interesse ist, was er twittert. Diese Spezialbehandlung endet am 20. Januar 2021, dem Tag der Amtseinführung von Joe Biden, wie ein Sprecher gegenüber dem Technikportal «The Verge» klarstellte.

«Unsere Herangehensweise zu Staatsoberhäuptern, Kandidaten und anderen Menschen in öffentlichen Ämtern basiert auf dem Prinzip, dass Leute selber entscheiden können müssen, was sie von ihren Politikern lesen – mit klarem Kontext», hiess es. «Das bedeutet, dass wir Warnungen anbringen und die Weiterverbreitung von gewissen Tweets einschränken können.» Dieser Mechanismus greife aber nur bei aktuell Gewählten und bei Kandidierenden «und nicht bei Privatbürgern, wenn sie kein Amt mehr innehaben.»

Das bedeutet konkret: Bricht Donald Trump nach dem 20. Januar 2021 die Verhaltensregeln von Twitter, droht ihm statt eines Warnhinweises die Sperrung seines Kontos.

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