Aktualisiert 06.02.2014 08:01

Schweizer in Sotschi

«Als Freiwilliger siehst du nicht viele Events»

Drei Wochen rackert der Genfer Alexander Craker im Pressezentrum von Sotschi. Zeit für Sportevents bleibt ihm kaum. Dafür lernt er schnell Russisch.

von
Franziska Burkhard, Sotschi

Am 3. Februar um 5 Uhr ist der Genfer nach einer langen Reise mit dem Umweg über Kiew in Sotschi gelandet. Erst am Samstag hatte man ihm mitgeteilt, dass er nicht da übernachten werde, wo es geplant war. «Das war ein Schock. Doch nach der Landung hat alles wunderbar geklappt.» Er und die drei anderen Schweizer Volunteers seien am Flughafen abgeholt und zum neuen Hotel gebracht worden. «Im Vorfeld wirkt die Organisation – ausgehend von einem Schweizer Standard – unorganisiert. Als ich hier angekommen bin, lief aber alles perfekt», resümiert der Übersetzer seine ersten Stunden in Russland.

Er und seine drei Schweizer Co-Volunteers haben im Hotel durchgesetzt, dass sie gemeinsam in einem Zimmer leben dürfen. Offenbar eine ungewöhnliche Bitte aus russischer Sicht. Eigentlich war geplant, dass Alexander getrennt von seinen weiblichen Kolleginnen untergebracht würde. Nachdem das Vierergespann die Trennung vermeiden konnte, hat es sich zuerst einmal gemütlich gemacht. «Wir haben die zwei Stockbetten auseinandergenommen, so dass wir alle ebenerdig schlafen können.» Nun würden nur noch die Vorhänge fehlen.

Mittendrin statt nur dabei

Mit den Einheimischen hat Craker, der für Kost und Logis arbeitet, bislang nur gute Erfahrungen gemacht. «Man spürt, wie wichtig es den Russen ist, dass alles gut geht. Sie sind sehr stolz auf ihre Olympischen Spiele.» Für den Genfer ist es die erste Russlandreise. «Ich wollte schon immer einmal hierher kommen. Ausserdem reizte es mich, den olympischen Geist zu erleben», begründet der britisch-schweizerische Doppelbürger sein Engagement als Freiwilliger. Dies ginge seiner Meinung nach am besten, wenn man mithilft und nicht nur Besucher ist.

Während dreier Wochen arbeitet er im grossen Medienzentrum in Sotschi und hilft bei der Organisation der Pressekonferenzen. Weil er zuhause als Übersetzer arbeitet, werden seine Dienste vor allem in diesem Bereich gebraucht. Er wird aber auch Kopfhörer und Informationsmaterial austeilen. Bereits in den ersten zwei Tagen habe er viel Russisch gelernt. «Es tut mir leid», habe er als Erstes gekonnt. «Ich musste mich entschuldigen können, dass ich kein Russisch spreche.» Zeit für Sportevents bleibt dem 36-Jährigen kaum. «Als Volunteer bekommst du nicht viele Wettkämpfe zu sehen, aber ich hoffe sehr, dass ich irgendwie an Tickets für ein Spiel der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft komme.»

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