11.09.2020 18:17

3 mit Sex«Als ich sie leckte, hatte ich Haare zwischen den Zähnen»

Bei einem One-Night-Stand passiert Bruce betrunken ein haariges Missgeschick, das ihn zum Grübeln bringt. Darf man Schamhaare störend finden?

von
Bruce, Zora Schaad, Julia Ullrich
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Bruce hatte kürzlich eine haarige Erfahrung. Beim Oralsex mit einem One-Night-Stand stiess er auf einen Hügel voller Haare. Da er kein Vollarsch sein wollte, hat er weitergemacht. Gefallen hat ihm das aber nicht wirklich. 

Bruce hatte kürzlich eine haarige Erfahrung. Beim Oralsex mit einem One-Night-Stand stiess er auf einen Hügel voller Haare. Da er kein Vollarsch sein wollte, hat er weitergemacht. Gefallen hat ihm das aber nicht wirklich.

Illu: Anna Déer
Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, im und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, im und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Illu: Anna Déer
Sie ist single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.
Ella

Sie ist single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.

Illu: Anna Déer

Darum gehts

  • Bruce nimmt einen heissen One-Night-Stand mit auf sein Hotelzimmer.
  • Auf dem Bett fummeln die beiden wild, bis Bruce mit seinen Fingern ihren Slip wegzieht und mit den Lippen in etwas Haariges eintaucht.
  • Da er kein Vollarsch sein will, leckt er die junge Frau dennoch. «Danach hatte ich Haare auf den Zähnen und kaum noch Lust», so Bruce.
  • Wieder zu Hause angekommen, holt er sich Rat von Lars und Ella.
  • Darf man Schambehaarung doof finden? Letztendlich können sich die drei auf eine Antwort einigen.

Ich begebe mich hier auf dünnes Eis. Auf sehr dünnes, das ist mir bewusst. Aber seien wir ehrlich: Alle haben eine Meinung dazu. Ich rede von Intimbehaarung. Das Problem ist, dass man bei diesem Thema zwischen Macho-Mentalität, Hippie-Habits und Feminismus-Fortschritt balanciert und sich gewaltig die Finger verbrennen kann. Ich versuch trotzdem, euch meine Sicht zu erklären. Ich hoffe, ihr habt mich danach immer noch lieb oder streamt wenigstens immer noch meine Songs. Also, der Reihe nach.

Ich habe schon einiges gesehen: nackt rasierte Baby-Muschis, haarige Eier, getrimmte Pfade und stoppelige Tiefen. Und dann kam Kathrin, ein superheisser One-Night-Stand. Nach einem Gig war ich bereits ziemlich vollgetankt, als wir ohne viele Worte anfingen, wild rumzumachen. Wir hatten uns auch schon gesehen – über einen gemeinsamen Freund –, aber noch kaum zwei Worte gewechselt. Das war uns jetzt aber so lang wie breit (höhö!), und nach einer halben Stunde verabschiedeten wir uns und machten uns auf den Weg in mein Hotelzimmer.

«Ich spürte gaaaanz viele Haare und leckte ihren Wuschelkopf»

Ich schwankte bereits bedenklich und machte mir Sorgen, ob bei mir überhaupt noch was lief. Die Sorge war unberechtigt: Auf dem Bett fummelten wir rum, und ich spürte die Vorfreude in meiner Hose. Nachdem sie Top, BH und Hose ausgezogen hatte, wanderte ich mit meinem Mund langsam küssend an ihr herunter, bis ich mit zwei Fingern den Slip wegzog und meine Zunge eintauchte in… ja, in was eigentlich? Also kurz zusammengefasst: Was da wirklich drunter war, spürte ich nicht. Ich spürte nur gaaaanz viele Haare. Und weil ich kein Vollarsch sein wollte, kam ich nicht meinem Impuls nach und zog meinen Kopf sofort wieder weg, sondern leckte fünf Minuten diesen Wuschelkopf. Danach hatte ich Haare auf den Zähnen. Und kaum noch Lust. Am nächsten Morgen fühlte ich mich wie der intoleranteste Toxic Male.

Wieder zu Hause, fragte ich Lars, ob er so was auch schon erlebt habe. «Klar!», antwortete er. «Aber bei Männern fühlt es sich wahrscheinlich anders an. Der Penis steht ja heraus.» «Na ja», sagte ich, «aber behaarte Eier im Mund sind ja auch nicht geil.»

«Volle Körperbehaarung ist okay, aber man sollte Oralsex dann vielleicht bleiben lassen»

Nach längerer basisdemokratischer Schamhaar-Diskussion – in deren Verlauf auch Ella dazustiess, sich zuerst einmal halb tot lachte und mir dann Intoleranz vorwarf – einigten wir uns auf Folgendes: Volle Körperbehaarung ist okay. Aber idealerweise checkt man vor dem Oralsex die Frisur einmal mit den Händen ab. Und lässt Blasen und Lecken dann halt vielleicht bleiben.

Eine bestimmte Frisur nicht nice zu finden (ob oben oder unten), ist eigentlich auch easy. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, zumal sich bei einem One-Night-Stand die Diskussion eh nicht lohnt. Und darum, liebe Leute, die Moral von der Geschicht: «Prüfet, bevor ihr lecket, ob sich da ein Pelz verstecket.»

PS: Kathrin habe ich seithair nie mehr gesehen.

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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