Aktualisiert 31.03.2007 07:54

Als in der Schweiz Spaghetti wuchsen

Alle Jahre wieder versuchen sich die Medien zum 1. April mit erfundenen Meldungen gegenseitig auszustechen. Ein Museum im kalifornischen San Diego hat nun manche gelungenen Scherze der letzten Jahrzehnte dokumentiert.

So berichtete etwa der britische Fernsehsender BBC am 1. April 1957, dass ein milder Winter und die praktische Ausrottung des Spaghetti-Rüsselkäfers den Schweizer Bauern eine ungewöhnlich reiche Spaghetti-Ernte beschert hätten.

Bilder von Bauern, die strähnenweise Spaghetti aus Bäumen zogen, lösten eine Welle von Anrufen aus. Die Menschen wollten wissen, wie auch sie zu Hause Spaghetti züchten könnten.

Strumpf übers TV-Gerät

In Schweden gab es 1962 erst ein einziges Fernsehprogramm, das in Schwarz-Weiss ausgestrahlt wurde. Ein Techniker des Senders erklärte am 1. April dem Publikum, mit einem Nylonstrumpf über ihrem Apparat könnten sie das Gerät in einen Farbfernseher verwandeln. Auf das richtige Farbfernsehen mussten die Schweden aber bis 1970 warten.

Das staatliche Radio der USA verkündete 1992, dass der wegen des Watergate-Skandals gestürzte Ex-Präsident Richard Nixon wieder für das höchste Staatsamt kandidiere. Sein Wahlkampfslogan: «Ich habe nicht Böses getan, und ich werde es auch nicht wieder tun.» Es gab sogar Mitschnitte von Nixons Ankündigung. Entrüstete Anrufer fanden bald heraus, dass die Stimme vom Imitator Rich Little kam.

Schweben dank Pluto

Die Schnellimbiss-Kette Burger King veröffentlichte 1998 eine ganzseitige Anzeige im Massenblatt «USA Today», auf der sie die Einführung des «Linkshänder-Whoppers» verkündete.

Er habe die gleichen Zutaten wie ein normaler Whopper, allerdings sei alles um 180 Grad gedreht, um ihn für die 32 Millionen Linkshänder des Landes praktischer zu machen. Tausende fragten nach dem neuen Snack, viele andere bestanden auf der traditionellen Rechtshänderversion.

Der bekannte britische Astronom Patrick Moore versicherte 1976 im Radio, dass am 1. April um 9.47 Uhr morgens ein einmaliges Himmelsereignis anstehe: Pluto werde sich hinter Jupiter bewegen und so zu einer Schwerkraft-Linie führen, die die Anziehungskraft der Erde reduzieren werde.

Wer pünktlich zur genannten Uhrzeit in die Luft springe, könne ein Gefühl des Schwebens erleben. Hunderte Anrufer bestätigten das später. (sda)

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