FCB vor kniffligem Match: «Als ob es kein nächstes Spiel gäbe»
Aktualisiert

FCB vor kniffligem Match«Als ob es kein nächstes Spiel gäbe»

Der FCB geht mit dem Polster eines 1:0-Auswärtssieges ins Rückspiel der CL-Qualifikation gegen Molde FK. Trotzdem rechnet Trainer Heiko Vogel mit allem.

von
Eva Tedesco

Vor dem Spiel rechnet FCB-Trainer Heiko Vogel mit allen Eventualitäten. (Video: 20 Minuten Online)

Langsam wird es ernst, was die Vergabe der begehrten Plätze in der Königsklasse angeht. Der FC Basel steigt heute in das Rückspiel in der dritten Qualifikationsrunde und darf sich, so er den Vorsprung aus dem Hinspiel gegen den norwegischen Meister wahrt, zumindest schon über die Teilnahme in der Europa League Gedanken machen. Aber mit dem Polster des Auswärtssieges und als letztjähriger Achtelfinal-Teilnehmer denkt man bei Rotblau nicht an die Europa League. Das Ziel ist die Königsklasse.

Trotz der guten Ausgangslage sagt FCB-Trainer Heiko Vogel: «Wir werden aber mit dem nötigen Respekt in dieses Rückspiel gehen und den Gegner ernst nehmen. Ich habe schon vor dem Heimflug aus Norwegen die Rechenaufgabe formuliert: Wir müssen bis zum Schlusspfiff mit der Möglichkeit rechnen, dass sich Molde qualifiziert. Wir müssen das Spiel so angehen, als ob alles möglich wäre.» Ein Drehbuch im Sport zu schreiben sei schwierig – insbesondere im Fussball.

Positive Erfahrung aus den letzten sechs Jahren

Vogel: «Du hast ein tolles Drehbuch geschrieben, und dann stellt der Schiedsrichter wie im Hinspiel einen Spieler vom Platz und du musst gegen Zehn spielen. Das kann keiner vorhersehen, ausser man schreibt mehrere Drehbücher. Unser Spiel muss so aussehen, dass wir das Spiel kontrollieren und wenn wir das Spiel kontrollieren, kontrollieren wir auch den Gegner - und wahrscheinlich dann auch das Resultat.» Und dabei liegt die Priorität eher darin, dass man ein Tor erzielt, als hinten versucht, zu null zu spielen. Vogel: «Das geht meistens in die Hose.»

Für den FCB spricht neben der Qualität gegenüber dem norwegischen Meister vor allem die Erfahrung aus 23 Qualifikationsspielen für einen Uefa-Wettbewerb ohne Niederlage in Folge. Die letzte Niederlage in einem internationalen Ausscheidungsspiel kassierten die Bebbi vor fast genau sechs (!) Jahren. Das war ein 1:2 in Vaduz am 24. August 2006. Der FCB qualifizierte sich dank der Auswärtstorregel dennoch für die Play-Offs.

Jedes Mal aufs Neue profilieren

«Ich glaube, dass man lernt mit solchen Situationen umzugehen, aber das, was man aus der Vergangenheit mitnimmt, sollte das Selbstbewusstsein sein. Die Zukunft kann man nicht beeinflussen. Die Gegenwart, da sollte man sich jedes Mal aufs Neue profilieren wollen. Das ist das, was entscheidend ist: Dass man das Spiel so angeht, als ob es kein nächstes gäbe.»

Im Fall eines Weiterkommens wäre dann noch eine Hürde vor dem Ziel – den Einzug in die Gruppenphase – zu überwinden. Als mögliche Gegner für die letzte Qualifikationsrunde kommen nach dem derzeitigen Stand Helsingborg (Swe), Cluj (Rum), Maribor (Slo), Partizan Belgrad oder Hapoel Kiryat Shmona (Isr) in Frage. Die Play-offs finden am 21./22. Und 28./29. August statt.

Solskjaer: «Unsere Chancen sind nicht gross»

Selten hat es ein Trainer so deutlich formuliert, wie Molde Trainer Ole Gunar Solskjaer. Der ehemalige Superjoker von Manchester United zu der Chance eines Weiterkommens seiner Mannschaft gegen den FCB: «Die sind nicht wirklich gross». Aber das solle nicht heissen, dass man es nicht doch versuchen werde. Solskjaer an der Pressekonferenz am Dienstagabend: «Vor allem, wenn wir das erste Tor erzielen, kann alles passieren.»

Für seine international noch unerfahrene Truppe sei das Spiel gegen den FCB ein weiterer Schritt in einem Lernprozess, der vor 18 Monaten mit seiner Ankunft in Molde begonnen habe. «Wir haben nichts zu verlieren. Für meine junge Mannschaft ist das eine weitere Lektion für ihre Karriere. Die Freude über die Reise nach Basel, in einem grossen Stadion zu spielen hat Energie freigesetzt und die Spieler sollen das Spiel in erster Linie geniessen und Erfahrungen sammeln.»

Zwar könne man nicht von der Vergangenheit leben, aber seine positive Erinnerung an Basel wird der ehemalige ManU-Stürmer seinen Spielern zur Aufmunterung weitergeben. Im November 2002 erzielte Solskjaer beim 3:1-Sieg der «Red Devils» den dritten Treffer der Engländer in der CL-Zwischenrunde gegen den FCB im Joggeli. «Ich kann mich gut erinnern. Die Vorlage kam von Ruud Van Nistelroy». (ete)

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