Als «Playgirl» kam der Durchbruch
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Als «Playgirl» kam der Durchbruch

Die Schauspielerin Eva Renzi ist tot. Sie beherrschte das Schauspiel und das Spiel mit den Medien gleichermassen.

Wenn in der Karriere Flaute eintrat, war Eva Renzi mit schlagzeilenträchtigen Geschichten zur Stelle, scheute sich auch nicht, ihre Tochter öffentlich abzustrafen. Aufsehen erregte «Playgirl», ihre erste Filmrolle, ebenso wie die Heirat mit der um Jahre älteren Schweizer Filmlegende Paul Hubschmid. Am Dienstag starb Renzi nach einem Krebsleiden in Berlin, wie ihre Agentur bestätigte. Sie wurde 60 Jahre alt.

Die am 3. November 1944 in Berlin geborene Renzi schlug sich zunächst mit Aushilfsjobs herum, bevor sie zur Bühne kam. Als Telefonistin, Hostess, Platzanweiserin und Fotomodell soll sie gearbeitet haben, um die Schauspielausbildung in Berlin finanzieren zu können. Unterstützung aus dem Elternhaus gab es offenbar kaum. Ihre Eltern - der Vater ein Däne, die Mutter aus Frankreich stammend - liessen sich scheiden, als Renzi erst drei Jahre alt war.

Nach «Playgirl» kam Hubschmid

Kurz nach dem ersten Engagement an einem Berliner Theater kam Renzi zum Film. Sie spielte 1965/66 in Will Trempers Film «Playgirl» die Titelrolle der Alexandra - ein Mädchen, dass sich der Karriere wegen durch die Betten verschiedener Männer schläft. Bei den Dreharbeiten lernte sie Paul Hubschmid kennen, längst ein etablierter Schauspieler und 24 Jahre älter als sie. Beide heirateten 1967 und wurden 1980 wieder geschieden.

Nach «Playgirl» spielte Renzi in mehreren internationalen Produktionen mit, darunter der Fernsehfilm «Manuel» und deutsche Serien wie «Das Waldhaus» oder «Peter Strohm». Zuletzt war sie im Fernsehen in «Das Erbe der Guldenburgs» zu sehen. Auch die Bühne beschäftigte Renzi weiter, so spielte sie 1988 unter anderem in Hamburg in dem Einpersonenstück «Heilige Johanna der Einbauküche».

Während ihrer Karriere sorgte Renzi mehrfach für Schlagzeilen. Sie berichtete publicityträchtig über ihre angeblich schlechten Erfahrungen mit der Bhagvan-Sekte in Puna und soll Medienberichten zufolge 1983 den damaligen Bundespräsidenten Karl Carstens als «alten Nazi» bezeichnet haben.

Aus einer früheren Verbindung stammt Tochter Anouschka, die ebenfalls als Schauspielerin arbeitet, es im so genannten «Zickenkrieg» mit der Kabarettistin Désirée Nick in die Schlagzeilen schaffte und in der Kochshow «Teufels Küche» einen Schwächeanfall erlitt.

In der ZDF-Talkshow «Johannes B. Kerner» beklagte sich Eva Renzi einmal, ihre Tochter Anouschka enthalte ihr das Enkelkind vor. «Ich habe Chiara natürlich gesehen, aber kaum etwas entwickeln können, weil es gleich unterbunden wird», erzählte sie. Sie habe ihre Tochter wohl in dem Moment verloren, als die sich nackt fotografieren liess, sagte sie. (dapd)

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