Axel Petermann – «Als Profiler suche ich die Spur hinter der Spur»
Publiziert

Axel Petermann «Als Profiler suche ich die Spur hinter der Spur»

Axel Petermann ist ein deutscher Kriminalist, Profiler und Autor. Gerade brachte er sein viertes Buch heraus. Darin geht es um ungelöste Todesfälle, sogenannte Cold Cases, wie die Kristallhöhlenmorde. Er erzählt von seinem Beruf und seinen Erfahrungen.

von
Shila Ochsner
1 / 10
Der Profiler und Autor Axel Petermann erzählt über seine Sicht der Kristallhöhlenmorde.

Der Profiler und Autor Axel Petermann erzählt über seine Sicht der Kristallhöhlenmorde.

20min/Shila Ochsner
20 Minuten traf Axel Petermann für ein Interview. «Im Auftrag der Toten – ein Profiler ermittelt», heisst das Buch, mit dem er jetzt auf Lesereise geht.

20 Minuten traf Axel Petermann für ein Interview. «Im Auftrag der Toten – ein Profiler ermittelt», heisst das Buch, mit dem er jetzt auf Lesereise geht.

20min/Shila Ochsner
Tatortanalytiker Axel Petermann begab sich, zusammen mit Mitgliedern der IG Kristallhöhlenmord, zu Recherchezwecken in die Kristallhöhle. 

Tatortanalytiker Axel Petermann begab sich, zusammen mit Mitgliedern der IG Kristallhöhlenmord, zu Recherchezwecken in die Kristallhöhle.

privat

Darum gehts:

  • Der Profiler und Autor Axel Petermann macht eine Lesereise durch die Ostschweiz.

  • Er stellt sein neues Buch «Im Auftrag der Toten» vor.

  • Im Interview mit 20 Minuten berichtet er über seine Zeit als Profiler und die Recherche zu den Kristallhöhlenmorden.

Als langjähriger Leiter der Mordkommission kam Axel Petermann (68) in Bremen D mit vielen verschiedenen und auch brutalen Fällen in Berührung. Ihn interessierte dabei vor allem das Verhalten der Mörder. Durch den österreichischen Kriminalpsychologen, Thomas Müller, wurde die operative Fallanalyse des FBI nach Europa und somit nach Deutschland gebracht. Petermann interessierte sich für diese neuen Ansätze und bildete sich mit Hilfe des Bundeskriminalamts zum Profiler aus und baut im Jahr 2000 die Dienststelle Operative Fallanalyse auf.

«Als Profiler suche ich die Spur hinter der Spur», sagt Petermann. Durch Rekonstruieren der Tat und Handlungen davor und danach, sowie das genaue Analysieren des Tatorts versuchte er das richtige Motiv zu erkennen und somit ein Persönlichkeitsprofil zu erstellen. «Man darf nicht zu vorschnell Schlüsse ziehen und braucht einen Blick für das grosse Ganze aber auch für die kleinsten Details», sagt der Profiler.

«Die Schweiz wirkte auf mich immer wie eine heile Welt»

«Die Schweiz wirkte auf mich immer wie eine heile Welt, doch auch hier passieren böse Taten. Deshalb faszinierte mich der Kristallhöhlenfall, er hat etwas Mystisches», sagt Petermann, «die Höhle, die Feen und den bösen Zauberer als Täter.» Vor ungefähr fünf Jahren, als er gerade in der Schweiz war, ist er das erste Mal in Berührung mit dem Fall gekommen.

Dies blieb aber nicht sein einziger Aufenthalt. Mehrere Male ist der Autor seither zu Recherchezwecken für sein Buch vor Ort: «Ich habe mit vielen Menschen gesprochen, Tipps von Anwohnern erhalten, aber auch Ablehnung erfahren müssen.» Thomas Benz als Kenner des Falls unterstütze ihn dabei.

Auch wenn er den Täter nicht benennen darf, so fand er doch einiges Neues heraus: Die Art und Weise wie der Täter tötete, sein Motiv und seine Nähe zur Höhle, auch wenn die Morde vor bald 40 Jahren passierten und seit 2012 verjährt sind. «Gerade aus diesem Grund machte es den Fall interessant für mich», sagt Petermann. «Das Spannende ist, wenn die Ältere der beiden Opfer nur ein paar Jahre jünger gewesen wäre, hätte wegen des anzunehmenden sexuellen Übergriffs der Fall nicht verjähren können», sagt er. Anhand seiner gesammelten Informationen ist er zum Schluss gekommen, dass sich der Täter wahrscheinlich in der Region und dem Umfeld der Höhle  befunden haben muss oder sich immer noch befindet.

Vielfalt der «Cold Cases»

Nebst den ungelösten Kristallhöhlenmorden berichtet er im Buch ausserdem über zwei ungelöste Todesfälle aus München und Athen. Die Fälle haben keinen spezifischen Zusammenhang und sollen die Vielfalt der «Cold Cases» zeigen. «Die Menschen wollen wissen, was passiert ist», sagt der Autor und nahm sich nach seiner Pensionierung der Fälle an. Er überschätzte sich aber in der Arbeit des Schreibens ein wenig: «Eigentlich wollte ich schon an Weihnachten damit fertig sein.» Seine Söhne motivierten ihn jedoch zum Weiterschreiben und jetzt stellt er sein Buch auf einer Lesereise vor. «Das ist das beste Buch, das ich geschrieben habe und schon wieder ein Spiegel Bestseller», sagt er stolz und freut sich auf sein Publikum.

Lesereise:

  • Dienstag 5. 10. Lesung im Landgasthof Hölzlisberg in Eichberg SG.

  • Mittwoch 6.10. Lesung in der Rösslibuchhandlung in St. Gallen

  • Donnerstag 7.10. Unterschriftstunde beim Coop in Oberriet SG.

  • Freitag 8.10. Lesung im Restaurant Hölzlisberg in Eichberg SG.

  • Dienstag 12.10. Lesung in Bücherhandlung Buchs in Buchs SG.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

2 Kommentare