Aktualisiert 14.11.2011 18:27

Böse ErinnerungAls uns die Luxemburger plattmachten

Morgen Dienstag trifft die Schweizer Nati auf Luxemburg. Dass der noch kleinere Fussball-Zwerg nicht zu unterschätzen ist, mussten wir 2008 schmerzlich erfahren.

von
Herbie Egli

Die Schweizer Jahrhundertpleite gegen Luxemburg im September 2008. (Video: YouTube)

Im Kalender stand das Datum des 10. September 2008. Tatort war das Stadion Letzigrund in Zürich. Ottmar Hitzfeld war erst zweieinhalb Monate als Natitrainer im Amt, als die Schweiz in der WM-Qualifikation 2010 auf Luxemburg traf. Es war das zweite Qualifikationsspiel, nachdem die Eidgenossen vier Tage zuvor in Israel zum Auftakt nur 2:2 spielten. Doch was an diesem lauen Septemberabend in Zürich passieren sollte, ahnten wohl nicht einmal die Luxemburger in ihren süssesten Träumen.

Die Schweiz war haushoher Favorit. Bereits im Vorfeld der Partie wollten sich Spieler und Trainer aber nicht dazu äussern, wie hoch sie den Gegner bezwingen wollen. Das erste Tor schoss dann prompt auch kein Spieler der Hitzfeld-Truppe, sondern Jeff Strasser. Der Abwehrpatron der Luxemburger erwischte den Schweizer Natigoalie Diego Benaglio mit einem nicht unhaltbaren Freistoss nach 27 Minuten. Immerhin konnten die Schweizer reagieren und kamen zwei Minuten vor dem Pausenpfiff durch Blaise Nkufo zum Ausgleich.

Der Auftritt des Kleiderverkäufers

Nach dem Tee drückten die Eidgenossen auf den Führungstreffer. Doch dieser wollte einfach nicht fallen. Entweder blieben die Schweizer in der luxemburgischen Abwehr hängen oder Goalie Jonathan Joubert parierte die Schüsse. Drei Minuten vor Schluss stellte sich das Heimteam dann wie eine bessere Juniorentruppe an. Es fiel auf eine Freistossvariante der Luxemburger vor dem Schweizer Strafraum herein.

Alphonse Leweck, Amateur und im Privatleben Boutiquenbesitzer, täuschte einen Schuss an. Er lief jedoch über den Ball auf die rechte Seite hinaus. Kein Schweizer hielt es für angebracht, ihm zu folgen. Strasser, Torschütze des Luxemburger Führungstreffers, spielte Leweck den Ball zu und dieser schoss trocken zum 2:1 ein. Es war das letzte Tor in dieser Partie und die WM-Qualifikation 2010 hatte ihre erste Sensation. Die kleinen Kicker aus dem Grossherzogtum hatten die Schweizer Millionarios besiegt.

Diego Benaglio über das Spiel gegen Holland

Huggels Jubiläumstor im Rückspiel

Nach dieser Jahrhundertpleite fing sich die Schweiz. Bis zum Rückspiel ein Jahr später in Luxemburg hatten sich die Eidgenossen mit Siegen gegen Lettland, Griechenland und Moldawien an die Tabellenspitze gespielt. Beim Auftritt im Stade Josy Barthel liess sich das Hitzfeld-Team nicht mehr erwischen. Der verdiente 3:0-Sieg wurde durch drei Kopfballtore bewerkstelligt. Zuerst traf Abwehrspieler Philippe Senderos zwei Mal, dann war die Reihe an Mittelfeldspieler Benjamin Huggel. Sein Treffer war zugleich das 1000. Tor in der Geschichte der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft.

Wiedersehen nach langer Zeit

Gut zwei Jahre nach dieser Partie treffen am Dienstag Luxemburg und die Schweiz wieder aufeinander. Das Freundschaftsspiel dient als Ausklang des Fussballjahres 2011. Die beiden Luxemburger Schweiz-Bezwinger aus dem Jahre 2008, Alphonse Leweck und Jeff Strasser, sind aber nicht mehr mit von der Partie. Sie stehen zwar noch im Nationalkader, haben aber seit längerer Zeit nicht mehr gespielt. Von damals sind nur noch Goalie Jonathan Joubert und Mario Mutsch, einer der umstrittenen Neuzugänge des FC Sion, aktuell dabei. In der Schweizer Equipe sind mit Diego Benaglio, Johan Djourou, Gökhan Inler, Gelson Fernandes und Stephan Lichtsteiner noch fünf Spieler aktiv, die die Jahrhundertpleite 2008 erlebten.

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