Aktualisiert 05.05.2015 11:28

Gräber geschändet«Als wäre mein Vater zum zweiten Mal gestorben»

In Lausanne schändeten Unbekannte muslimische Gräber. Sie sprayten Hakenkreuze auf die Grabsteine. Die Angehörigen sind fassungslos.

von
apn/num
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Die Täter sprayten Hakenkreuze und «Pnos»-Schriftzüge auf die Grabsteine.

Die Täter sprayten Hakenkreuze und «Pnos»-Schriftzüge auf die Grabsteine.

Keystone/Christian Brun
Blumen und Beete wurden zertrampelt.

Blumen und Beete wurden zertrampelt.

Keystone/Christian Brun
In dem betroffenen Friedhof Bois-de-Vaux in Lausanne ist ein Grabfeld für Muslime geplant.

In dem betroffenen Friedhof Bois-de-Vaux in Lausanne ist ein Grabfeld für Muslime geplant.

Keystone/Christian Brun

In einem Friedhof in Lausanne sind am Sonntag 13 Gräber mit Hakenkreuzen oder «Pnos»-Schriftzügen verwüstet worden. Zudem wurden Grabsteine umgeworfen und Blumen ausgerissen. Alle betroffenen Gräber tragen Namen aus dem islamischen Kulturkreis.

Eine 23-jährige Angehörige sagt erschüttert gegenüber 20 minutes: «Mein Vater war aus dem Kosovo. Er hat 30 Jahre hier gelebt und starb 2013 nach einem langen Kampf gegen den Krebs. Nur weil er ein Muslim war, trampelten diese Leute auf seinem Grab herum. Heute weint unsere Familie, als wäre er ein zweites Mal gestorben.»

Pnos distanziert sich

Dominic Lüthard, Präsident der Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) sagt: «Es ist höchst bedenklich, dass jemand den Namen der Partei derartig missbraucht.» Er distanziere sich klar von solchen Aktionen. Lüthard ist es ein Rätsel, weshalb der Name der Partei in der Westschweiz auftaucht. «Unser Ableger dort heisst PNS.»

Der Vandalenakt wurde am Sonntagnachmittag entdeckt, wie die Stadtpolizei Lausanne mitteilte. Sie hat eine Strafuntersuchung eingeleitet. Dem oder den Tätern drohen bis zu drei Jahre Haft. «Die Tat ist unmenschlich», teilte der muslimische Verband im Waadtland mit.

In dem betroffenen Friedhof Bois-de-Vaux in Lausanne ist ein Grabfeld für Muslime geplant. Bis 2016 sollen rund 350 muslimische Grabstätten entstehen. In Lausanne hat die SVP eine Petition gegen das Vorhaben lanciert.

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