Aktualisiert 01.02.2016 17:43

Ostschweiz

Alte SBB-Züge verärgern die Pendler

Seit dem Fahrplanwechsel ist auf der Strecke St. Gallen–Zürich altes Rollmaterial unterwegs. Für den St. Galler SP-Kantonsrat Dario Sulzer ein unhaltbarer Zustand.

von
mlü
Die einstöckigen Züge, die seit dem Fahrplanwechsel auf der Strecke St. Gallen-Basel verkehren, sorgen bei den Pendlern für Ärger.

Die einstöckigen Züge, die seit dem Fahrplanwechsel auf der Strecke St. Gallen-Basel verkehren, sorgen bei den Pendlern für Ärger.

shg

«Der Einsatz von altem Rollmaterial ohne tiefen Einstieg bedeutet eine massive Verschlechterung des Bahnangebots für Bahnreisende», schreibt der St. Galler SP-Kantonsrat Dario Sulzer (36) in einer einfachen Anfrage an die St.Galler Kantonsregierung. Denn zum Fahrplanwechsel 2016 seien nicht nur wichtige Entlastungszüge frühmorgens gestrichen worden, sondern auch das Niederflur-Rollmaterial verschwunden, das zwischen St. Gallen und Zürich eingesetzt wurde. Als Ersatz würden nun 30 Jahre alte Zugkompositionen verwendet.

«Ich fahre sehr oft mit dem Velo oder mit dem Kinderwagen Zug. Nach dem Fahrplanwechsel müssen wir den Kinderwagen wieder jedes Mal vier bis fünf steile und schmale Stufen hinauftragen», sagt Sulzer zu 20 Minuten. Vor allem für Rollstuhlfahrende, Gehbehinderte und ältere Personen sei die Situation nicht hinnehmbar. Er sei von mehreren Seiten auf die neuen Missstände aufmerksam gemacht worden.

Züge bleiben 40 Jahre im Einsatz

Aus diesen Gründen stellt nun Sulzer die St. Galler Regierung in einer einfachen Anfrage zur Rede und fordert: «Sie muss alles in ihrer Macht Stehende tun und die SBB unter Druck setzen, damit spätestens mit dem nächsten Fahrplanwechsel wieder qualitativ hochwertiges Niederflur-Rollmaterial Richtung Zürich eingesetzt wird.»

Der vorzeitige Ersatz von älterem Rollmaterial sei aus finanziellen Gründen nicht möglich, sagt Reto Schärli, Mediensprecher der SBB. «Älteres Rollmaterial kommt schweizweit auf verschiedenen Strecken zum Einsatz. Züge bleiben rund 40 Jahre auf den Schienen.»

Die Meinungen zum Rollmaterial sind jedoch geteilt: «Während die einen den modernen Ausbau der neueren Züge schätzen, loben andere wiederum die weicheren Sitze in älteren Zügen», sagt Schärli. Ab 2024 müssen gemäss dem Behindertengleichstellungsgesetz Bahnhöfe und Züge hindernisfrei zugänglich sein. «Daran arbeiten die SBB mit Hochdruck», so Schärli.

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