Alte und Ausländer mit schlechten Chancen

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Alte und Ausländer mit schlechten Chancen

Wenns um die Stellensuche geht, hört die Toleranz gemäss einer aktuellen Studie auf. Fast die Hälfte der Arbeitnehmer fühlt sich bei der Stellensuche diskriminiert.

49 Prozent der mehr als 2.500 durch den Personalvermittler Kelly Services Befragten in der Schweiz gaben an, in den letzten fünf Jahren Diskriminierungen wegen Alters, Geschlecht oder Herkunft erfahren zu haben.

Die in 28 Ländern durchgeführte Umfrage zeigte weiter, dass die Schweiz im Vergleich zu anderen europäischen Ländern im Mittelfeld liegt. Am stärksten diskriminiert fühlen sich die Arbeitnehmenden in Schweden und Italien. England, Norwegen und Dänemark schnitten am besten ab.

In allen Ländern wird das Alter als grösste Barriere bei der Stellensuche empfunden. In der Schweiz wurde dies von 24 Prozent der Befragten angegeben. Gute zehn Prozent der Frauen fühlten sich wegen des Geschlechts benachteiligt. Fast gleich viele erlebten Diskriminierungen wegen Herkunft oder Nationalität. 38 Prozent der Befragten gaben weiter an, sie fühlten sich auch am Arbeitsplatz diskriminiert. Nur sechs Prozent der Betroffenen haben sich darüber formell beschwert.

Die Benachteiligung von älteren Arbeitnehmenden könnte laut Kelly Services für die Arbeitgeber bald zum Bumerang werden. Vielen Unternehmen gehe mit der Altersguillotine ein substanzieller Anteil an Kompetenz und Erfahrung verloren. In den kommenden Jahren sei zudem auf Grund der demographischen Entwicklung eine Verknappung an qualifizierten Arbeitskräften zu erwarten. Die Arbeitgeber wären deshalb gut beraten, das Wissen und die Berufserfahrung der älteren Arbeitnehmer zu nutzen, erklärte der Generaldirektor der Schweizer Kelly-Niederlassung, Leif Agneus, laut der Mitteilung. (dapd)

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