Steuerfreier Erfolg: Alte Verluste setzen Glencore-Gewinn auf null
Aktualisiert

Steuerfreier ErfolgAlte Verluste setzen Glencore-Gewinn auf null

Erneut zahlt der Rohstoffgigant Glencore in der Schweiz keine Gewinnsteuern. Das Unternehmen verrechnet Verluste aus 2011 mit dem aktuellen Gewinn.

Glencore zahlte 2013 laut der Handeslzeitung keine Gewinnsteuren in der Schweiz.

Glencore zahlte 2013 laut der Handeslzeitung keine Gewinnsteuren in der Schweiz.

Der Rohstoffgigant Glencore zahlt trotz operativen Milliardengewinnen in der Schweiz keine Gewinnsteuern für 2013, wie die «Handelszeitung» schreibt. Das bestätigen mehrere Quellen aus dem Umfeld des Konzerns. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Baar im Kanton Zug wollte sich dazu nicht äussern mit Verweis darauf, man veröffentliche derzeit keine länderspezifischen Angaben.

Auf globaler Ebene konnte Glencore 2013 insgesamt einen Gewinn vor Steuern von 5,9 Milliarden Dollar verbuchen. Dass das Unternehmen trotzdem keine Gewinnsteuern abliefern muss, liegt an buchhalterischen Verlusten aus dem Jahr 2011. Diese können noch heute mit den Gewinnen verrechnet werden, was die Steuerlast auf null drückt. Die Verlustvorträge in der Höhe von über 1 Milliarde Dollar entstanden, als Glencore 2011 an die Börse ging, sich reorganisierte und das frühere Partnerschaftsmodell beendete.

Bereits 2012 hatte Glencore in der Schweiz aus dem gleichen Grund keine Gewinnsteuern abgeliefert. Aus grundsätzlichen Überlegungen wollten die Zuger Behörden keinen Kommentar abgeben. Die länderspezifische Transparenz beim Rohstoffproduzenten und -händler dürfte aber zunehmen. Wegen neuer Erfordernisse in der EU wird Glencore 2016 erstmals solche Zahlen – für 2015 – veröffentlichen.

(sda)

Deine Meinung